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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und AntwortenGrundeis |
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Frage: Ich habe meine Freundin gescholten, damit ihr "der Arsch mit Grundeis geht". Woher kommt der Ausdruck? |
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Meine Antwort: Wenn ein Fluss zufriert, bildet sich das Eis nicht an der Oberfläche, sondern auf dem Boden, wo das Wasser am ruhigsten ist. Dann geht der Fluss "auf Grundeis". Wenn es kälter wird und das Eis dicker, löst es sich und steigt infolge seines geringeren Gewichtes nach oben. Dann bilden sich an der Oberfläche Eisschollen ("geht mit Grundeis"), die bei lange anhaltender großer Kälte zusammenfrieren. Wenn es taut, bricht das Oberflächeneis mit lautem Krachen. Der Fluss führt wieder Eisschollen, die bei der nächsten Gelegenheit irgendwo hängen bleiben, so dass sich das Wasser staut und der Fluss über die Ufer tritt. Sie weit also die physikalischen Vorgänge. Bei der Redensart ist das Grundeis ein Bild für den Durchfall, den man als eine Art Hochwasser verstehen kann. Dabei ist der Gedankengang dermaßen abgekürzt, dass man ihn kaum noch nachvollziehen kann: Der Darm wird mit einem Fluss verglichen, der wegen tauenden Grundeises (an der Oberfläche!) Hochwasser führt. Bei Verdauungsbeschwerden bilden sich Darmgase, die mit explosionsartigen Geräuschen (wie beim Grundeis) sich einen Weg ins Freie suchen. Man kann also sagen "mit" oder "auf Grundeis". Man sagt aber auch: "der Arsch geht auf mit Grundeis" und denkt dabei an das plötzliche Hervorschießen des Darminhalts. Das Bild ist wirklich längst unverständlich geworden und hat die unmöglichsten Variationen hervorgebracht. Bei uns zu Hause sagte man "mit Grund auf". |
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Datum: 2007 Aktuell: 17.11.2011 |
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