|
Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Logische Wissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen Sprachen | Wörter | Grammatik | Stilistik | Laut und Schrift | Mundart | Sprachvergleich | Namen | Sprachecke |
||||
|
Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und Antwortenfrieren |
Email:
|
||
|
Frage: Mein Vater, der sehr viel Wert auf korrektes Deutsch legte, meinte immer: „Ein Mensch friert nicht, höchstens Wasser unter dem Gefrierpunkt oder Speisen im Tiefkühlschrank etc." Einem Menschen könne es nur zu kalt sein oder es könne ihn frieren. Ist diese These falsch oder vielleicht zu engstirnig? — Bitte klären Sie uns auf. |
|
|||
|
Meine Antwort: Nach dem Großen Duden wird frieren folgendermaßen gebraucht:
"Ich friere" und "es friert mich" stehen auch im "klassischen" Deutschen Wörterbuch von Grimm (1878) gleichberechtigt nebeneinander und sind schon im Mittelalter nachweisbar. Man kann also nicht sagen, der eine Ausdruck sei richtig und der andere falsch. Die beiden Ausdrucksweisen begründen sich darauf, dass ja zweierlei geschieht, wenn ich mich der Kälte aussetze:
Insofern haben beide Ausdrucksweisen ihre Berechtigung. Es gibt aber auch noch einen anderen Unterschied: "Mich friert" werde ich sagen, wenn es mir momentan zu kalt ist. Es gibt aber Menschen, die infolge von Unterernährung oder Krankheit ständig frieren. Ähnlich unterscheiden wir zwischen "mich hungert" bzw. modern "er hat Hunger" = er hat (momentan) ein Hungergefühl - und "er hungert", entweder weil er aus Not nicht genug zu essen hat oder weil er absichtlich fastet (dauerhaft). |
|
|||
|
|
|
|
Datum: 2008 Aktuell: 24.12.2009 |
|