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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und Antworten-isch, -lich, -ig |
Email:
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Frage: Wir sagen eckig, winkelig, kantig, aber rundlich, lässlich, leichtfertig. Weshalb mal so, mal so? |
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Meine Antwort: Es gibt von alters her drei Ableitungssilbern, mit denen wir Hessen wegen unsrer Aussprache Probleme haben: -ig, -isch und -lich.
Ziemlich einfach ist die Unterscheidung von
-isch, -ig und
-lich bei Wörtern auf
-el: Da schreibt man
himml-isch,
winkl-ig, seel-isch 'psychisch'
(aber selig 'glücklich), weil das ´/l/
ja zum Wort gehört, nicht zur Endung.
-lich
hängt mit g-leich,
Leiche (ursprünglich 'Körper' zusammen
und bedeutete 'den Körper von … habend' (erkennbar noch in
männlich,
weiblich, kindlich). Das wurde
dann erweitert zu allgemeinen Angaben der Beschaffenheit (herrlich
= hehrlich; natürlich 'wie in der
Natur', wörtlich 'dem Wortlaut
entsprechend', dörflich 'wie auf dem
Dorf'; dagegen dörfisch 'nach Art der
Dorfbewohner: unkultiviert, nicht städtisch';
lässlich 'was erlassen / vergeben werden kann' (aber
lässig 'nachlässig').
-ig
ist die normale Endung bei abgeleiteten Adjektiven:
fertig 'fahrtbereit';
eckig,
kantig, steinig (von
Substantiven); dürftig 'bedürfend',
hastig,
eilig, willig (von Verben).
Klare Regeln lassen sich nicht erkennen. Man hat bei Bedarf Adjektive und
Adverbien gebildet, vielleicht nach damals eindeutigen Regeln, die nur
begrenzte Zeit gültig waren. Und manchmal versuchte man zwischen mehreren
Bedeutungen zu unterscheiden wie in kindlich
/ kindisch –
riesig /
riesisch – weiblich /
weibisch 'unmännlich' -
geistlich /
geistig – lässlich /
lässig. |
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Datum: 2008 Aktuell: 24.12.2009 |
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