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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und AntwortenPechvögel, Glückspilze |
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Frage: Es gibt Glückspilze, aber es gibt auch Pilze, die man „nur einmal essen kann". Wenn sie giftig sind, würde ich sie lieber Pechpilze nennen. Es gibt Pechvögel, aber im Sommer singen sie so schön, dass es mich wundert, warum sie nicht Glücksvögel genannt werden. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich hierüber aufklären könnten. |
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Meine Antwort: Pechvogel ist weiterentwickelt aus 'Unglücksrabe, Unglücksvogel', das hat man auf einen Menschen gedeutet, der kein Glück hatte. Ursprünglich hat man geglaubt, der Vogel kündige Unglück an (wie das Käuzchen, wenn jemand stirbt). Hans Huckebein, der Unglücksrabe bei Wilhelm Busch war ein Vogel, der immer wieder Unheil angerichtete. Pech kaufen bedeutet 'fliehen'. Die Redensart ist wohl aus der Rückschau entstanden: Der Einbrecher wurde gestört, konnte aber entkommen. Er hatte sich "Pech" eingehandelt, hat es es aber an den weitergeben, der ihn gestört hat. Denn auch der hatte Pech, weil er den Dieb nicht erwischt hat. Daher sagte man auch Pech geben für 'fliehen'. Glückspilz wird heute gebraucht im Sinn von 'einem, dem alles gelingt'. Ursprünglich war das nicht so positiv gemeint. Ein Glückspilz war ein Emporkömmling ohne Bildung und einflussreiche Familie, der wie ein Pilz sozusagen aus dem Nichts aufschießt. Der Ausdruck bekam im 18er-Jahrhundert eine neue Wertung, als nicht nur die Herkunft, sondern auch die Persönlichkeit Bedeutung bekam. |
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Sprachecke 30.11.2010 |
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Datum: 2008 Aktuell: 25.11.2010 |
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