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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und Antwortenschien / scheinte |
Email:
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Frage: Vor etwa zwei Wochen schwärmte ein Moderator im Radio von dem bunten Herbstlaub an den Bäumen. Er sagte, wie schön es war, als die Sonne durch dieses Laub gescheint hat. Dann stockte er und fragte: "Oder heißt es geschienen?" |
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Meine Antwort: Nach Duden Grammatik § 704 ist scheinen ein starkes Verb, das seine Stammformen nicht mit -t, sondern mit Ablaut bildet, also scheinen / schien / geschienen. Woher kommt aber unsre Unsicherheit? Tatsächlich breiten sich in der Umgangssprache die schwachen Formen scheinte / gescheint aus, wie folgende Suchergebnisse bei Google zeigen:
Nun könnte es ja sein, dass man einen Unterschied macht zwischen den beiden Bedeutungen 'leuchten' und 'so aussehen, als ob'. Auch da habe ich bei Google nachgesehen:
Der Trend geht also dahin, dass man künftig sagen wird: "Mir schien, dass die Sonne scheinte" – also nicht keine grammatische Vereinfachung, sondern eine Bedeutungsdifferenzierung, keine "Sprachverlotterung", sondern eine Verfeinerung der Ausdrucksmöglichkeiten. |
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Datum: 2008 Aktuell: 24.12.2009 |
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