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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und Antwortengedenken mit Genitiv |
Email:
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Frage: Wenn es "gedenkt der Toten" heißt, muss es dann nicht auch heißen "Zum Gedenken der Toten"? |
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Meine Antwort: Wir hatten ja gelernt: "Begierig, kundig, eingedenk, teilhaftig, mächtig, voll" und ihr Gegenteil stehen mit dem Genitiv. Das galt nicht nur im Lateinischen und Griechischen, sondern auch im klassischen Deutschen, also "des Lesens kundig – meiner Schwächen bewusst – der deutschen Sprache mächtig" und auch "du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib – der Toten gedenken". Das geht bei Adjektiven und bei Verben. Bei Substantiven wird's schwierig: "Die Begierde der Nachbarin" verstehen wir so, dass sie begehrt (genitivus subjectivus) und nicht, dass sie begehrt wird (objectivus). Genauso "die Erinnerung der Vermissten" = sie erinnern sich an etwas. Um Missverständnisse zu vermeiden, ersetzen wir den Genitivus objectivus durch eine präpositionale Wendung: "Begierde nach, Gedenken an, Teilhabe an, Macht über, Fülle von". |
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Datum: 2009 Aktuell: 24.12.2009 |
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