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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und AntwortenUhre 12 |
Email:
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Frage: Vor einigen Tagen schlug mir ein, zwar aus Südhessen stammend, doch vollkommen ohne jeden Dialekt sprechender junger Mann (Mittdreißiger) bei einer Terminvereinbarung vor, man könne sich "um Uhres 12" treffen. Können Sie mir dazu Näheres sagen? |
ähnlich: ə Dâgɛʳ ácht "ein Tager acht, etwa acht Tage" |
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Meine Antwort: Es gibt im Hessischen zwei Arten, die Uhrzeit auszudrücken:
Ich vermute, dass diese Ausdrucksweise in die frühe Neuzeit zurückgeht. Beweise dafür habe ich nicht. "Uhr" kommt von lateinisch hora 'Stunde'. Das Wort wurde aus dem Romanischen ohne H als Or, Ore, Ur, Ure übernommen. Man hatte zunächst noch keine Zeigeruhren, sondern richtete sich nach dem Schlag der "Uhrglocke", die zunächst nur zur vollen Stunde schlug. Man konnte die Zeit nicht genauer angeben als "um" 12 Uhr oder Uhre 12, d.h. um die Zeit des Glockenschlags. "Uhre" 12 kann man also verstehen als "Stunde 12" (vgl. Stunde Null), das ist sogar logischer als "12 Uhr", richtig wäre wie im Altertum "die 12. Uhr / Stunde". "Uhre 12" scheint mir die älteste hessische Formulierung zu sein. Bereits in der Umgangssprache hat sich die Aussprache der alten Endungen –a, –e und –er aneinander angeglichen. "Uhres 12" scheint ein Genitiv sein 'der Uhr', wie englisch "five o(f) clock". |
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Datum: 2009 Aktuell: 22.07.2011 |
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