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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und AntwortenErz- |
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Frage: Woher kommt beim Erzengel das Erz her oder auch beim Erzgauner aus den Grimm'schen Märchen? Sonst kenne ich kein "Erz", das zur Verstärkung eines Namen oder einer Person dient. Gibt es da noch mehr? |
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Meine Antwort: Es gibt streng genommen nicht nur zwei, sondern drei "Erze": 1a) Rohstoff für die Metallgewinnung 1b) in der alten Sprache auch Bronze oder Kupfer Diese beiden "Erze" scheinen mir verwandt zu sein mit dem indogermanischen Wort für 'rot' und passen auf Kupfer, Eisenerz und Gold (Fremdwort aus dem Osten). Das Adjektiv dazu ist ehern 'kupfern, bronzen', eigentlich 'leuchtend' (Original-Fachwort aus der mitteleuropäischen Bronzezeit). 2) die Verstärkung Dieses Erz- ist entstanden aus griechisch archi- 'führend', lateinisch archi- ("arzi-"), daraus mit Umlaut deutsch Erz-.
Alte Kollegen des Erzengels sind:
Dazu kommt, äußerlich nicht erkennbar, weil ohne Umlaut, der Arzt (arch-iater 'Oberarzt', der merowingische Hofarzt) In allen diesen Fällen handelt es sich um hohe kirchliche oder staatliche Funktionäre, denen andere ohne "Erz-" unterstellt sind bzw. waren
Moderne Kollegen des Erzgauners:
Hier hat "Erz-" verschlechternde Bedeutung. Ein Erzgauner ist noch schlimmer als ein gewöhnlicher Gauner, ein Erz-Anhänger einer Weltanschauung ein 150-prozentiger Fanatiker, noch päpstlicher als der Papst und noch kommunistischer als Lenin. |
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Sprachecke 08.03.2011 |
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Datum: 2010 Aktuell: 09.03.2011 |
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