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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und Antworten"passt wie die Faust aufs Auge" |
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Frage: Es geht um den Spruch "Das passt wie die Faust aufs Auge". Ich war immer der Meinung, dass dieser Satz aussagt, es passt etwas ganz genau zusammen. Meine Freundin ist anderer Ansicht. Sie glaubt, es bedeutet, dass etwas überhaupt nicht zusammenpasst. |
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Meine Antwort: Die Faust passt schon auf das Auge, aber sie gehört da nicht hin. Es gibt aber böse Menschen, die sind sehr wohl der Meinung, dass ihre Faust ganz gut auf den anderen ihr Auge passt. "Was nicht passt, wird passend gemacht", mit Gewalt. Die Redensart war schon zu Luthers Zeit geläufig, nur dass man damals gesagt hat "es reimt sich wie eine Faust auf ein Auge" im Sinne: von "Das passt nicht zusammen".
Ich habe 14 Zitate untersucht zwischen 1901 und 1996. In den ältesten lässt sich erkennen, dass gemeint ist "passt nicht":
Der Große Duden (2000) führt beide Bedeutungen an: "1. überhaupt nicht passen: das karierte Halstuch zu der gepunkteten Jacke - das passt wie die F. aufs Auge. 2. genau passen: das neue Ventil passt wie die F. aufs Auge; Der Beamte ... vertritt die Meinung, dass die zwei Straftäter zueinander passen wie die F. aufs Auge" Da scheint sich also erst in den letzten 50 Jahren ein Bedeutungswandel vollzogen zu haben. Warum? Weil man nur noch auf das "passen" geachtet und sich keine Gedanken mehr über das Bild gemacht hat und in bürgerlichen Kreisen die unmittelbare Erfahrung verloren gegangen ist. |
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Datum: 2010 Aktuell: 28.02.2011 |
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