|
Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Logische Wissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen Sprachen | Wörter | Grammatik | Stilistik | Laut und Schrift | Mundart | Sprachvergleich | Namen | Sprachecke |
||||
|
Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sprachecke in den Echo-ZeitungenFragen und AntwortenHerzbändel |
Email:
|
||
|
Frage: |
|
|||
|
Meine Antwort: Was mit dieser Redensart gemeint ist, ist klar: Sie haben sich abgehetzt bis zur Erschöpfung. Was aber ein Herzbändel ist, konnte ich bisher auch nicht sagen. Ich habe aber jetzt eine Seite gefunden, auf der dieser Ausdruck erklärt wird: http://de.wikipedia.org/wiki/Orbis_sensualium_pictus_(Abbildungen), Text Demnach ist der Herzbändel das pericardium, der Herzbeutel, eine Art Haut, die den Herzmuskel umschließt. Das war anatomische Fachsprache in der frühen Neuzeit. Volkstümlich ist nur die Redensart: Man tut etwas im Übermaß, dass der Herzbändel kracht oder bricht (oder neuer: sich den Herzbändel abrennen). Ich vermute, dass man da nicht an eine Art Beutel gedacht hat, sondern an eine Art Gürtel, der verhindert, dass einem das Herz zerspringt. Im Märchen vom Froschkönig ist's ganz deutlich: Da hat der treue Diener, der Eiserne Heinrich, sich drei eiserne Reifen ums Herz legen lassen, damit es nicht aus Gram wegen seines verzauberten Herrn in Stücke springt. Tatsächlich haben wir in Stress-Situationen oft das Gefühl, als sei unser Herz eingeengt. Eine Art Herzinfarkt mit druckartigem Schmerz heißt angina pectoris (Brust-Enge), das ist wohl eine ähnliche Vorstellung. Und neulich las ich, dass man tatsächlich an gebrochenem Herzen sterben kann: |
|
|||
|
|
|
|
Datum: 2010 Aktuell: 31.01.2012 |
|