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Frage:
Mich interessiert, warum es im heutigen Sprachgebrauch heißt: "Ich
muss mal auf Toilette." und nicht "auf die Toilette"! Man sagt doch
auch: "Ich gehe in die Küche, in die Kirche, in die Buchhandlung".
Auch eine zweite Frage beschäftigt mich: "Ich gehe aufs Gymnasium".
Meines Erachtens müsste man doch sagen: "Ich gehe in das Gymnasium; Auf dem
Dach des Gymnasiums habe ich doch wirklich nichts zu suchen.
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Meine Antwort:
Sie fragten nach zwei Merkwürdigkeiten im Gebrauch von "auf":
1. "auf Toilette"
Ich kenne diesen Ausdruck gar nicht (meine Frau schon). Grund: Ich selbst
drücke mich anders aus: "Ich gehe aufs Klo, muss mal wohin. Kann ich mal
austreten?"
Mein erster Eindruck, den meine Frau bestätigte: Maulfaulheit. Man versucht
sich so kurz wie möglich auszudrücken.
Vielleicht steckt aber mehr dahinter: "Auf die Toilette" kann man ja ganz
wörtlich verstehen: Man setzt sich oben drauf. Gemeint ist aber nicht die
Position des Körpers in Bezug auf ein Objekt, sondern das Ziel. Es kann also
sein, dass man unterscheiden will zwischen angestrebter Position (auf die =
hinauf) und Richtung (einfaches auf = auf zu).
Man geht ja auch "auf Reisen, auf Tour, auf Achse" und "lebt auf Pump", und
zwar "auf Teufel komm raus", "auf dass" man etwas zu erzählen hat, wenn man
nach Hause kommt. "Auf" hat hier keine örtliche Bedeutung, sondern deutet
eine Absicht an.
2. "aufs Gymnasium"
Unser Enkel kommt nächstes Jahr "in die Schule" und später vielleicht auch
"aufs Gymnasium". Man geht auch "auf die Bürgermeisterei", "zur Polizei"
oder kommt "vor Gericht". Hier spielen unterschiedliche Vorstellungen eine
Rolle. Beim Gericht ist konkret der Richter gemeint, vor dem man steht. Das
Gymnasium ist eine "höhere Schule", die Bürgermeisterei war eine
Dienststelle der Obrigkeit, daher "auf" im Sinn von "zu etwas Höherem".
Deshalb geht man ja auch "auf die Uni / Hochschule".
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