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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
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Was ist Seele?
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Email:
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Sprachliches
Woher das Wort Seele kommt, ist umstritten, vielleicht als germ. *śaiwalō (mit s mobile) zu idg. *ḫaıʊ- 'Lebenskraft, Lebenszeit'
Im
Unterschied zu "Geist" hat "Seele" eine engere Bedeutung
und bezeichnet etwas, was mit einem einzelnen Menschen verbunden ist: sein
Inneres (Gemüt, Gefühl, Emotionen), seine Persönlichkeit, seine Person
("In dem Dorf wohnen 1348 Seelen"), das unvergängliche Etwas, das
den Tod überdauert. Die metaphysische Bedeutung 'Persönlichkeit, die den Tod
überdauert' scheint aus lat.
anima,
griech. ψυχή
psykhḗ übernommen
zu sein. Die Psyche als
Funktion des Nervensystems
Unser heutiges Verständnis von Seele
ist stark von der Psychologie beeinflusst. Wir neigen dazu, "Seele"
auf das zu beschränken, was wir in unserem Innern spüren, was vom Psychologen
erforscht und vom Psychiater behandelt wird (Wahrnehmung, Trieb, Wille,
Emotion, Gedächtnis, Intellekt, Bewusstsein usw.). Diese "Psyche"
wird reduziert auf Funktionen unseres Nervensystems und Auswirkungen unserer
Hormone. All das kann den Körper nicht überleben, weil es an den Körper gebunden
und vom Körper abhängig ist. Die Persönlichkeit
Was die Alten mit einer
"unsterblichen Seele" meinten, ist etwas ganz anderes: der Kern
unserer Persönlichkeit. Nach der
Informationshypothese
besteht Geist aus Information und kann in
bit gemessen werden. Da Seele eine Sonderform von Geist ist,
besteht auch sie aus Information: alles, was sich über einen Menschen sagen
lässt, über seinen Körper, seinen Charakter, sein Leben, seine Anlagen und
das, was er und andere daraus gemacht haben. Um das darzustellen, brauchen
wir kein mehrbändiges Lexikon. Die wesentlichen Daten lassen sich auf wenigen
Seiten, ergänzt durch mit ein paar Photos, zusammenfassen, extrem komprimiert
sogar auf den Namen. Da
Seele heute missverständlich ist, sollten wir für den
unsterblichen Teil des Menschen lieber "Persönlichkeit" sagen. Himmel und Hölle
Was den Tod überlebt, das sind nicht
unsere Gefühle, unser Wille, unser Bewusstsein usw., sondern diese
Informationen. Sie leben nicht nur eine Zeit lang im Gedächtnis der Nachwelt
weiter oder in dem, was wir geschaffen haben, sondern auch und vor allem im
Gedächtnis Gottes. "Unsere Namen (und Daten) sind im Buch des Lebens
geschrieben" oder auf der "himmlischen Festplatte" gespeichert
und können von Gott jederzeit wieder abgerufen und rekonstruiert werden. Das
wäre die "Auferstehung". Vielleicht begnügt Gott sich auch damit,
dass er diese Daten hat und auswerten kann. Das wäre das "ewige
Leben". Es kann aber auch sein, dass Gott uns
aus irgendwelchen Gründen wieder vergisst oder auf unseren Antrag von der
"Festplatte" wieder löscht. Datenschutz gibt's auch immer Himmel.
Es wird niemand gezwungen, sich dort aufzuhalten. Die Hölle muss nicht ein Ort sein, an
dem die Verdammten sadistisch gequält werden, sondern der Zustand der
Verlorenheit oder Vergessenheit – ein schrecklicher Zustand aus der Sicht
eines Menschen, der auf das ewige Leben hofft. |
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Geist | Seele | Begriffe: Psychologie | Sprachecke 15.04.2008 | 16.08.2011 |
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Datum: 2004 / 2006 Aktuell:
08.08.2011 |
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