Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Münzen

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Vergleichstabelle der Münzsorten

Vorbemerkung

Die Umrechnung alter Währungen ist in meinen Augen ein fast unlösbares Problem. Man kann die Paritäten einer bestimmten Zeit vergleichen, das erfährt man in alten Zeitungen und Gesetzblättern, zu denen ich keinen Zugang habe. Es sind auch die Wechselkurse bei der Einführung einer neuen Währung bekannt. Aber wie beim Euro zu erkennen, hat sich die Kaufkraft sehr schnell weiter entwickelt und das Verhältnis etwa zum Dollar, Franken oder Rubel auch.

 

Es gibt folgende Versuche, den Wert einer Münze festzustellen:

 

1. nach dem Metallwert

Der richtet sich nach Angebot und Nachfrage, wie bei den modernen Börsenkursen zu ersehen.

Die Münzen hatten auch nicht immer das vorgeschriebene Gewicht. Aus Metallmangel machte man sie mitunter leichter oder man benutzte unterschiedliche Legierungen.

 

2. nach der Kaufkraft

Ich hab's selbst versucht, die Kaufkraft an Hand von Preislisten zu ermitteln, z. B. "Was hat damals ein Pfund Rindfleisch gekostet? Das scheint leicht zu sein, aber Rindfleisch und Rindfleisch ist nicht dasselbe. Und der Vergleich mit heutigen Preisen wird dadurch erschwert, weil dieselbe Qualität zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Und wenn man 1853 eine Rinderlende beim Metzger kaufte, dann blieb sicher auch ein Verhandlungsspielraum und es war wohl auch Unterschied nach Jahreszeit, weil nicht immer dieselbe Menge an Schlachtvieh zur Verfügung stand. Bei den Agrarprodukten ist's noch deutlicher: Zur Erntezeit ist ein Überangebot, neun Monate später gibt's fast gar nichts mehr.

 

3. nach dem Verhältnis zum Einkommen

Wir hatten zum Abschluss meiner Seminarausbildung 1969 eine Studienfahrt nach Prag gemacht, da war der Wechselkurs offiziell 1 : 4 und schwarz bis 1 : 14. Die Preise waren für uns sehr günstig. Wir haben auch mal eine Fabrik besucht und fragten, wie lange man für eine Flasche Bier arbeiten musste: Das war auch nicht viel anders als bei uns.

Es gibt aber nicht nur Fabrikarbeiter, sondern sehr weit gespannte Verdienstmöglichkeiten. Für den Mitarbeiter eine Brauerei gibt's so und so viel Haustrunk umsonst. Ich bezog ein festes Gehalt mit flexiblen Arbeitszeiten (bis zu 70 Stunden in der Woche), konnte also nicht sagen, wie lange ich für ein Bier arbeiten musste.

Wir kaufen ja auch nicht nur Lebensmittel, sondern auch andere Produkte und Dienstleistungen. In den 70ern führte mir eine Kollege seinen Taschenrechner vor, 200 DM und nur Grundrechenarten ohne negative Zahlen. Es gab mal eine Zeit, da wurden wesentlich leistungsfähigere Geräte als Werbung verschenkt.

Meine Amtsvorgänger um 1800 verdienten umgerechnet viel weniger als ich. Aber sie konnten sich einen Knecht und eine Magd leisten und ich mit Mühe nur eine Putzfrau.

 

4. nach dem Lebenshaltungskostenindex

Das ist ein amtliches Zahlenwerk, das angibt, wie viel ein x-köpfiger Haushalt einer bestimmten Einkommensklasse für einen genau definierten Warenkorb bezahlen muss. Ich hatte in den 80ern mal eine solche Liste in der Hand, die Daten waren zurückgerechnet bis etwa 1900. Aber das waren abstrakte Zahlen, die Auskunft über die Inflation gaben. Eine Umrechnung von DM auf RM und M war nicht möglich.

Vergleichstabelle

Die Tabelle gibt nur eine ungefähre Vorstellung und gilt nur für Südhessen. Die tatsächlichen Verhältnisse waren durch die Kleinstaaterei und Inflation bestimmter Münzsorten sehr unübersichtlich. Es gab auch keine festen Entsprechungen wie 1 € = 100 c.

Zugrunde gelegt wird die Gleichung 1 fl = 60 kr

 

 

Gulden

Pfund
Heller

Kopfstück

Batzen

Groschen

Albus

Schilling

Kreuzer

Pfennig

Heller

 

fl

lb

 

 

 

alb

sch s

kr,xr

pf, d

 

1 Karoline

11

2 ⅕

27 1/2

165

220

330

440

660

2640

5280

1 Doppeltaler

3;30

7

8 ¾

52 ½

70

105

140

210

840

1680

1 Kronentaler

2;24

4 ⅘

6 ½

38 ½

48

77

96

144

576

1152

1 Reichstaler

1;30

3

3 ¾

22 ½

30

45

60

90

360

720

1 Gulden

1

2

2 ½

15

20

30

40

60

240

480

1 Pfund

 

1

1 ¼

7 ½

10

15

20

30

120

240

1 Kopfstück

 

 

1

6

8

12

16

24

96

192

1 Batzen

 

 

 

1

1 ⅓

2

2 ⅔

4

16

32

1 Groschen

 

 

 

 

1

1 ½

2

3

12

24

1 Albus

 

 

 

 

 

1

1 ⅓

2

8

16

1 Schilling

 

 

 

 

 

 

1

1 ½

6

12

1 Kreuzer

 

 

 

 

 

 

 

1

4

8

1 Pfennig

 

 

 

 

 

 

 

 

1

2

1 Heller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1

= Mark 1875

1,71

0,86

0,69

0,11

0,09

0,06

0,04

0,02

0,007

0,004

Kaufkraft DM 1981 

15er. Jhdt

78,52

39,26

31,41

5,23

3,93

2,62

1,96

1,31

0,33

0,16

16er Jhdt [1]

30,00

15,00

12,00

2,00

1,50

1,00

0,75

0,50

0,13

0,06

18er Jhdt

9,60

-----

3,84

0,64

----

0,32

----

0,16

0,04

0,02

   

[1] Ohne die Teuerungsjahre 1635-37

1 Gulden galt ab 1480:   24 alb  
Gulden seit 1252 zu Florenz (daher fl), 1550: 2,48 g Gold

1527: 26 alb      Weißpfennig (Albus) aus Silber, seit 1360

1590: 27 alb      Reichstaler seit 1484, 26 g Silber

1612: 30 alb      Angaben nach Crumstädter Heimatbuch S. 60 und 135 ff
 

Kaufkraft

 

 

 

1 Malter

Weizen

100 kg

1 Malter

Korn

90 kg

1 Malter

Gerste

80 kg

1 Malter

Hafer

60 kg

1 Malter

Kartoffel

100 kg

Quelle

1528

 

26

 

17 ⅓

 

1

1580

 

 

 

162

 

2

1622

 

283

283

 

 

3

1625

 

243

243

 

 

4

1635/7

 

900-1080

720

 

 

5

1650

 

168

 

 

 

5

1692

 

120

90

60

 

2

 

 

 

1

 

 

 

1816

 

 

 

 

488

6

1835/6

390

260

205

150

 

2

1838

 

504

364

204

 

7

1861

883

598

425

65

224

9

1981 DM

50,00

43,00

35,00

26,00

30,00

11

 

1 Maß (2 l) Wein

500 g Brot

500 g Rindfleisch

500 g Butter

1 Pferd

Quelle

1528

 

 

2 ¼

 

 

1

1622

9

 

 

 

2430

3

1625

9

 

 

 

2025

4

1635/7

 

 

 

60

 

5

1650

8-12

 

 

 

 

5

1816

 

6-7

 

48

 

6

1835/6

 

2

 

 

 

2

1838

48

 

 

 

 

7

1857

 

14-16

 

10

 

8

1981 DM

7,00

1,50

4,00

4,60

2500,00

 

 

500 g Brot

500 g Rindfleisch

500 g Butter

100 kg Kartoffel

1 Ei

Quelle

1875 M

 

 

0,90

 

0,05

2

1914 M

0,14

0,85

1,20

6,00

0,07

10

1918 M

0,36

2,80

6,00

12,00

0,80

10

1937 RM

0,12

 

1,20

 

0 09

11

1981 DM

1,50

4,00

4,60

30,00

0,18

11

   

Quellen

1 Spachbrücker Heimatbuch 21                          

2 Spachbrücker Heimatbuch 292         

3 Crumstädter Heimatbuch 148         

4 Crumstädter Heimatbuch 138         

5 Mincks Chronik                                              

6 Lebensbeschreibung Stelz 147

7 Georgenhäuser Rechnung

8 Dieburger Heimatbuch 359

9 Neunkirchen (Bistum Mainz) 49

10 Crumstädter Heimatbuch 63

11 mündliche Angaben

 

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Artikel

 

 

 

Datum: 1981 / 2013

Aktuell: 12.03.2018