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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
ZukunftFerienbibelseminar des Ev. Dekanats Reinheim 08.-15.04.1988 Apokalyptisches Bilderbuch |
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ReiterBeim Öffnen der vier ersten Siegel erscheinen die sogenannten apokalyptischen Reiter (= die Reiter aus der Apokalypse = Offenbarung [1]):
Wer die drei letzten Reiter sind, ist klar: Krieg, Hunger und Pest. Wer aber ist der erste Reiter? Er hat auffallende Ähnlichkeiten mit dem von 19,11‑16, der ebenfalls auf einem weißen Pferd sitzt und nicht nur eine, sondern viele Kronen trägt. Auch er ist ein Sieger: Er besiegt das widergöttliche Tier samt Propheten und Anhänger. Seine Namen "Wort Gottes" und "Herr aller Herren und König aller Könige" sowie sein Gefolge, das Heer des Himmels, zeigen, dass es sich um den wiederkommenden Christus handelt. Sind die beiden Reiter auf den weißen Pferden identisch? Werfen wir noch einen Blick auf die 7 Siegel:
Das liest sich so, als sei damit das apokalyptische Geschehen zu Ende und würde jetzt gleich das Jüngste Gericht stattfinden. In Wirklichkeit beginnt aber mit der Eröffnung des letzten Siegels eine neue ähnliche Schreckensserie mit den 7 Posaunen und danach eine dritte mit den 7 Zornesschalen. Zwischen Posaunen und Schalen und nach den Schalen sind eingefügt die Visionen über die widergöttlichen Tiere, und erst nach dem Abschnitt über den Untergang "Babylons" läuft die Geschichte tatsächlich auf das Ende zu, angefangen mit dem zweiter Reiter auf dem Schimmel. Johannes bedient sich da offenbar einer bestimmten Technik der Verzögerung, um anzudeuten, dass die Weltgeschichte nicht gradlinig auf das Ende zuläuft, sondern mehr ein zyklisches Geschehen ist, bei dem sich immer wieder die Ereignisse wiederholen, bis schließlich doch noch Christus wiederkommt und das Jüngste Gericht vollzieht. Versuchen wir nun, das ganze Geschehen als eine tatsächliche chronologische Folge von Ereignissen zu verstehen, und nehmen wir an, dass auch mit dem 1. Reiter Christus gemeint ist, so beginnt das apokalyptische Geschehen mit dem 1. Kommen Christi und endet mit Seiner Wiederkunft am Jüngsten Tag in Gestalt des 2. Reiters. Mit welcher Phase des Geschehens beschreibt Johannes seine Gegenwart? Ziemlich weit hinten, zur Zeit der "Hure Babylon", genauer zur Zeit des 6. Königs [2] = Vespasian; der 8. König = Domitian wird erst geweissagt. Johannes hat also sein Buch um 2 Jahrzehnte zurückdatiert (oder eine Vorlage aus der Zeit Vespasians bearbeitet). Was er in Zukunft erwartet, ist der baldige Untergang "Babylons" und die Wiederkunft des Reiters auf dem weißen Pferd = Christi. Die Katastrophenschilderungen gehören demnach bereits der Vergangenheit an; was er ankündigt, sind nicht schreckliche Katastrophen, die es immer gegeben hat, sondern der Untergang des heidnischen Roms und der Sieg Christi. |
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[2] 17,10
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Datum: 1988 / 2007 Aktuell: 10.06.2008 |
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