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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Märchen erklärtDer Zauberlehrling |
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I. InhaltGoethes Ballade (1797): In Abwesenheit des alten Hexenmeisters verwandelt der Lehrling einen Besen in einen Knecht, der Badewasser holt. Er kann aber den Zauber nicht beenden, so dass der Besen das ganze Haus unter Wasser setzt. Wie er dem unbotmäßigen Besen mit der Axt zu Leibe rückt, bekommt er zwei Besen, die doppelt so viel Wasser schleppen. Da kommt der Hexenmeister zurück und macht dem Zauber ein Ende. II. Literarische VorlageLukian von Samosata, Der Lügenfreund 1,109 f (um 165 n. Chr.): Tychiades ist ein sehr kritischer Mensch und kann einfach nicht glauben, was ihm gestandene Philosophen für Wundergeschichten erzählen. So berichtet Eukrates, dass er auf einen Ägyptenreise einen Weisen namens Pankrates kennen gelernt habe, der hölzerne Geräte in Diener verwandeln konnte. Eukrates merkte sich den Zauberspruch, zog einem Stößel Kleider an und ließ sich von ihm Badewasser holen. Als es genug war, konnte er ihm nicht mehr Einhalt gebieten. Der Diener setzte das ganze Haus unter Wasser. Ein Versuch, den Stößel mit der Axt zu zerstören machte alles noch viel schlimmer. Schließlich kam Pankrates zurück, machte den Knecht wieder zum Stößel und verschwand auf Nimmerwiedersehen. III. DeutungGoethes Moral: »Die Geister, die ich rief, die werd ich nicht mehr los.« Man soll sich nicht mit Künsten versuchen, die man nicht richtig beherrscht. Lukians Moral: Solche Geschichten darf man nicht glauben. Wer sie weitererzählt, verdirbt die Jugend und beweist seine eigene Dummheit. Dahinter stehen uralte Erfahrungen: Fachleute wendeten Techniken an, die den Laien unbekannt waren, z.B. wie man aus ein paar Hölzern eine Vorrichtung zum Wasserschöpfen bauen kann. Meist wussten diese "Zauberer" selbst nur, wie's geht, und verstanden die natürlichen Zusammenhänge nicht. Wahrscheinlich haben sie auch ihr Berufswissen geheim gehalten und manchmal bewusst ihre Künste als Hokuspokus inszeniert. |
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Datum: 2006 Aktuell: 29.12.2010 |
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