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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Märchen erklärt: Motive

Der Liebhaber will nicht erkannt werden

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Ursprünglicher Sinn des Motivs ist, dass niemand den Namen des mythischen Wesens wissen darf. [1] Wenn man es durchschaut hat und seinen Namen kennt, ist nicht Mythisches, Magisches und Geheimnisvolles mehr an ihm. Das rätselhafte Wesen der Anderwelt erweist sich als Teil dieser Welt. So ist es auch mit Cupido: solange er unsichtbar ist, hat er eine dämonische Macht über die Menschen, sobald er sichtbar wird, in seinem Wesen erkannt wird, verwandelt er sich in einen menschlichen Liebhaber, der Zauber des Geheimnisvollen verfliegt. Cupido hat keine Macht mehr, ist verletzlich und flieht.

In einer mehrfach überlieferten flämischen Sage darf die Herzensdame des Schwanenritters nicht nach seiner Herkunft fragen. Da sie doch fragt, reist er wieder ab, wie er gekommen ist: in einem Boot, das von einem Schwan gezogen wird. [2] Einige namhafte Geschlechter leiten sich von ihm her. – Es hat den Anschein, dass diese Sagen später Nachklang eines Mythos sind von der göttlichen Herkunft des Ahnherrn.

 

[1] Rumpelstilzchen. In der Bibel: Genesis 32,30; Richter 13,17.18

 

 

 

 

 

[2] Loherangrin bei Wolfram von Eschenbach, Parzival 824.825. Brüder Grimm, Deutsche Sagen Nr. 540-544

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Datum: 2006

Aktuell: 29.12.2010