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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Die Wahrheit über die Nibelungen: PersonenHistorische Parallelen |
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1. BeobachtungenDa die Nibelungensage aus mehreren Einzelsagen
zusammengewachsen ist, brauchen wir uns gar nicht zu überlegen, welches
historische Ereignis der Sage zugrunde liegt. Es gab keinen Gunther, der mit
Brünhild verheiratet war und in Ungarn ums Leben kam. Erst recht gab es keine
Kriemhild, die den Tod ihres Mannes Siegfried an ihren Brüdern rächte. Zwei Beobachtungen vorweg: a. Es wurden wiederholt Namen und Rollen vertauscht.Bestes Beispiel ist dafür ein Vergleich von Edda und Nibelungenlied im 2. Teil.
Wenn dieser Rollentausch schon in zusammengehörigen Sagen zu beobachten ist, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die historischen Rollen in der Sage oft falsch dargestellt werden. b. Die Sage spiegelt mitunter mehrere ähnliche Ereignisse, wobei das jüngere das ältere überlagert.Dafür zwei Beispiele: enthält Erinnerungen an die Ermordung des Ripuarierhäuptlings Sigebert und
des Merowingerkönigs Sigibert I. enthält Erinnerungen eine ostgotische und eine merowingische
Geschichte. 2. Ereignissea. "Der Untergang der Burgunder"i historischNachdem sich die historischen Burgunder in der Provinz Belgica niedergelassen hatten, erlitten sie 436/7 eine schwere Niederlage, bei der mit 20.000 Kriegern auch ihr König ums Leben kam. Anschließend wurden die Reste des Volkes in der Sapaudia (heute: Savoyen) angesiedelt. Wer hat die Burgunder geschlagen? Nach Prosper Tiro
[1]
waren es die Hunnen,
[2] nach
den anderen Quellen der römische Feldherr Aëtius
[3],
der
über germanische und wohl auch hunnische Hilfstruppen verfügte. Jedenfalls war
der Gegner nicht Attila, sondern der römische General. ii in der Sage
In vielen Abhandlungen wird der zweite Teil der Sage, die
Katastrophe am Etzelshof, mit dem Untergang der historischen Burgunder in
Verbindung gebracht. Dagegen sprechen folgende Gründe:
iii Das Ende der Gibichungen
Die Sage berichtet also tatsächlich nur von dem blutigen
Ende einer Familienzwistes und nicht vom Untergang eines ganzen Volkes. Solche
blutigen Streitigkeiten kamen im frühen Mittelalter ständig vor, selbst in der
Königsfamilie. Von einem solchen
Familienzwist in Tournay
berichtet Gregor von Tour, wonach die Königin Fredegunde persönlich in einen
Streit eingriff und die letzten Überlebenden bei einem Gastmahl erschlagen
ließ. b. Weitere vergleichbare Ereignisse
Ins Nibelungenlied sind offenbar Erinnerungen an Ereignisse
eingeflochten, die zwar nicht der ausgesprochene Stoff der Sage sind, aber doch
das Anschauungsmaterial für die Dichter geliefert haben, wie eine Schwertleite
an Pfingsten 1200 in Wien (→
Siegfrieds Schwertleite)
[6]; eine Fürstenhochzeit (→
Kriemhild Hochzeit mit Etzel)
[7] oder das schreckliche Ende des zweiten Kreuzzugs (→ Völkerschlacht beim Untergang der
Nibelungen). Bewiesen werden kann dies alles nicht, weil wir den Endverfasser nicht kennen und daher nicht wissen können, welche zeitgenössischen Ereignisse ihm besonders eindrucksvoll in Erinnerung sind. Ganz offensichtlich ist dagegen, dass die verschiedenen Forscher an verschiedene Ereignisse denken, je nachdem, ob sie den Dichter für einen Österreicher oder einen Franken halten. [8] 3. Vergleichbare Personen
Das Nibelungenlied erinnert aber weniger an ein bestimmtes,
historisch fassbares Ereignis als vielmehr an eine große Anzahl von Personen
aus der Zeit von 400 – 1200. Bei einigen wie Gunther, Brünhild, Etzel,
Dietrich, Gêre, Pilgerin, Ritschart sind die Beziehungen ziemlich deutlich; bei
anderen wie Irnfrit, und Dancrât kann man sie immerhin noch erkennen. Welche
historische Vorbilder Siegfried, Volker und Rüedegêr haben, kann man nur noch raten. a. Westgoten
b. Burgunder
c. Hunnen
d. Dänen
e. Ostgoten
f. Thüringer
g. Merowinger
h. Karolinger
i. Ottonen
j. Hochmittelalter
k. undatierbar
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[2] Viele Autoren, auch
Ehrismann, legen Wert darauf, dass es die Hunnen gewesen seien, welche die
Burgunder vernichtet hätten. Die mir bekannten Quellen lassen das so genau
nicht erkennen. Trauen die Forscher den Völkermord nur den barbarischen Hunnen,
nicht den zivilisierten Römern zu? Oder versuchen sie unbewusst, die Historie
mit der Sage in Einklang zu bringen?
[4] Nach dem Grönländischen
Atlilied 28 waren es 15 Mann. [5] Altes Atlilied 18,2. Gunther heißt dort "Freund der Burgunden", 20,1 "der Goten König", 25,1 "der Speer-Niflung": Abwechslung im Ausdruck als Formzwang der Dichtung!
[6] Andreas Heusler,
Nibelungensage und Nibelungenlied 82 [7] Wolfgang Selzer, Laurissa Jubilans 111 [8] Heusler (Dichter aus Österreich) denkt an ein Ereignis in Wien; Selzer (Dichter vom Rhein) an ein Ereignis in Worms).
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Datum: 1994 /2006 Aktuell: 29.12.2010 |
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