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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Die Wahrheit über die Nibelungen, Quellen

Brunichild

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die westgotische Prinzessin

Brunichilde heiratet Sigibert I.

Das Ende Brunechildes

 

1. die westgotische Prinzessin

Gregor von Tours 4,28

Es starb aber, um zu unserer Geschichte zurückzukehren, in Spanien König Athanagild, und Leuva empfing mit seinem Bruder Leuvigild die Herrschaft. Als dann Leuva gestorben war, nahm Leuvigild das ganze Reich in Besitz und vermählte sich, da seine Gemahlin gestorben war, mit Gunsvintha, der Mutter der Königin Brunichilde. Er hatte aber von seiner ersten Gemahlin zwei Söhne, von denen der eine sich mit einer Tochter Sigiberts, der andere mit einer Tochter Chilperichs verlobte. Er theilte unter diese das Reich zu gleichen Theilen, und schaffte alle diejenigen, die gewohnt waren die Könige aus dem Wege zu räumen, aus der Welt, indem er kein männliches Wesen von ihnen übrig ließ.

2. Brunichilde heiratet Sigibert I.

Gregor von Tours 4,27

König Sigibert aber schickte, da er sah, daß seine Brüder sich Weiber wählten, die ihrer nicht würdig waren, und daß sie sich so weit herabließen, selbst Mägde zur Ehe zu nehmen, eine Gesandtschaft nach Spanien, übersandte reiche Geschenke und freite um Brunichilde, die Tochter Königs Athanagild. Denn diese war eine Jungfrau von feiner Gestalt, schön von Angesicht, züchtig und wohlgefällig in ihrem Benehmen, klugen Geistes und anmuthig im Gespräch. Der Vater aber versagte sie ihm nicht, und schickte sie mit vielen Geschenken dem Könige. Da versammelte er die Großen seines Reichs, ließ ein Gelage zurichten, und unter unendlichem Jubel und großen Lustbarkeiten nahm er sie zu seinem Gemahl. Und da sie dem Glauben des Arius ergeben war, wurde sie durch die Belehrung der Bischöfe und die Zusprache des Königs selbst gekehrt, glaubte und bekannte die heilige Dreieinigkeit und erhielt das Chrisma. Und bis auf den heutigen Tag verharrt sie in Christi Namen in dem rechten Glauben.

3. Das Ende Brunechildes

Fredegar 42 (anno 613)

Wie Sigebert in Campanien auf das Gebiet von Catalaunum an den Fluß Axona kam, so hatte Chlothar, der ihm daselbst mit seinem Heere entgegentrat, durch des Hausmeiers Warnachar Umtriebe schon viele Austrasier auf seiner Seite, so besonders den Patricius Aletheus und die Herzoge Rocco, Sicoald und Eudila. Als es zum Treffen kommen sollte, kehrte Sigeberts Heer, noch ehe der Streit begonnen hatte, auf ein gegebenes Zeichen um und nach Hause zurück. Chlothar zog jetzt, wie es verabredet war, langsam hinter dem Heere her bis an den Fluß Arar oder Saoconna. Die drei Söhne Theuderichs, Sigebert, Corbus und Merowig, den er einst aus der Taufe gehoben hatte, fielen in Chlothars Hände, Childebert entkam durch die Flucht und erschien niemals wieder. Das austrasische Heer kehrte jetzt nach Hause heim. Der Hausmeier Warnachar aber brachte es in Verbindung mit fast allen burgundischen Großen dahin, daß Brunhild, die sich mit Theuderichs Schwester Theudelane, nach der Stadt Orba jenseits des Jura geflüchtet hatte, von dem Marschall Erpo ergriffen und in dem Flecken Rionava an der Vincenna vor Chlothar gebracht wurde. Sigebert und Corbus, die Söhne Theuderichs, wurden auf Chlothars Befehl umgebracht; den Merowig, den er als sein Pathenkind liebte, ließ er insgeheim nach Neptria zum Grafen Ingebod bringen, wo er noch mehrere Jahre lebte. Wie Brunhild vor Chlothar, der sie tödtlich haßte, erschien, rechnete er ihr vor, wie zehn Frankenkönige von ihr ermordet worden seien, nemlich Sigebert, Merowig sein eigener Vater Chilperich, Theudebert und dessen Sohn, Chlothar, ebenso Meroveus, Chlothars Sohn, endlich Theuderich und seine drei Söhne, die so eben umgebracht worden waren. Dann ließ er sie drei Tage lang auf verschiedene Weise martern, zuerst auf ein Kameel setzen und so durch das gesammte Heer führen, hierauf mit dem Haupthaar, einem Arm und Fuß an den Schwanz des wildesten Pferdes binden, und so ward sie von den Hufen des davon sprengenden Thieres zerschlagen, bis ihr Glied für Glied abfiel. Warnachar wurde zum Hausmeier von Burgund erhoben und ihm von Chlotar das eidliche Versprechen gegeben, ihn Zeitlebens nicht abzusetzen. In Auster erhielt diese Würde Rado. So ward das Frankenreich wieder befestigt und, wie es einst der ältere Chlothar beherrscht hatte, die ganze Macht durch den jüngeren Chlothar vereinigt, der im Frieden mit allen Nachbarvölkern 16 Jahre lang regierte. Dieser Chlothar war ohne Übermuth, in den Wissenschaften unterrichtet, gottesfürchtig, beschenkte reichlich Kirchen und Priester, gab Almosen den Armen und bewies sich milde und voll Güte gegen Alle. Der Jagd war er mit Eifer ergeben; zuletzt lieh er den Einflüsterungen von Weibern und Dirnen zu sehr sein Ohr, worüber er von seinen Leuten viel Tadel erfuhr.

   

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Quellensammlung zur mittelalterlichen Geschichte

 

Datum: 1994 /2006

Aktuell: 29.12.2010