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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Die Wahrheit über die Nibelungen, StoffgeschichteDas dämonische Wesen Hagens |
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Nach der Thidreksaga 161 war Hagen ein unehelicher Sohn der Oda, gezeugt von einem Alben. Entsprechend Furcht erregend soll er schon als Kind ausgesehen haben. Nach dem Nibelungenlied war Hagen ein Verwandter der Burgunderkönige; von einem dämonischen Vater ist keine Rede. Aber auch der Nibelungendichter weiß davon, dass der Held so schrecklich aussah, dass die Tochter Rüedegêrs sich scheut, ihn zu küssen (1665,4). Das schreckliche Aussehen Hagens wird in der Thidreksaga dadurch verstärkt, dass der Held als junger Mann im Kampf mit Walther ein Auge verloren hatte (auch Wodan stellte man sich einäugig vor). Im Waltharius wird dieses Motiv noch weiter ausgeschmückt, dass Walther dem Recken auch noch das Gesicht aufgeschlitzt hatte. Dass Hagen etwas Dämonisches hatte, ist ein Zug speziell der deutschen Sage. In der Edda ist davon keine Rede. Abgeleitet ist dieses Motiv also wohl davon, dass in Deutschland Hagen der Mörder Siegfrieds war. Wie kann ein solcher Mann anders aussehen als schrecklich? Das ist doch die typische Klischeevorstellung von einem Mörder. Sah Siegfried, der jungendliche Raufbold, etwa freundlich und liebenswert aus? Seine Augen sind so grimmig, dass wenige Männer wagen hinzusehen, wenn er in Zorn ist. [1] Schon in der Thidreksaga finden wir auch die Klischeevorstellung, dass Hagen schwarze Haare [2], Siegfried dagegen goldblonde [3] hatte. Schwarz ist die Farbe des Bösen, blond die des Guten! |
[1]Thidreksaga 178 [2] 174, allerdings überkreuzt mit der Behauptung, der Albensohn habe einen geisterhaft "bleichen Bart" gehabt [3] 178 |
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Datum: 1994 /2006 Aktuell: 29.12.2010 |
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