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Der isländische Politiker und Gelehrte Snorri Sturluson
(1179-1241) hat in seinem Buch "Edda" nicht nur die Regeln für die
Dichtkunst zusammengefasst, sondern auch eine Menge Material aus Mythologie und
Sage überliefert, darunter auch eine gute Zusammenfassung der Nibelungensage
Die Asen Odin, Loki
und Hönir haben aus Versehen Otter, den Sohn Hreidmars, getötet, der die
Gestalt eines Fischotters angenommen hatte. Der Vater fordert als Lösegeld den
Balg des Otters voll Gold.
Odin fängt den Schwarzalben Andwari, der die Gestalt eines Fisches hat, und
zwingt ihn, sein Gold herzugeben. Dazu gehört auch ein Ring, der die Fähigkeit
hat, den Reichtum zu vermehren. Andwari möchte den Ring behalten und belegt ihn
mit einem Fluch, weil er auch ihn hergeben muss.
Odin möchte selbst den Ring behalten. Da aber das mitgebrachte Gold nicht
ausreicht, muss er den Ring dazulegen und bestätigt den Fluch: Der Ring und das
Gold sollen ihrem Besitzer den Tod bringen.
Hreidmars Söhne Fafnir und Regin möchten auch ihren Anteil am Gold, bekommen
aber nichts. Sie erschlagen ihren Vater. Nun weigert sich Fafnir zu teilen und
droht Regin zu ermorden. Regin flieht. Fafnir geht auf die Gnitaheide,
verwandelt sich in einen Drachen und legt sich auf das Gold.
Regin flieht nach Thjod zu König Hjalprik , arbeitet bei ihm als Schmied und nimmt den
Königssohn Sigurd in Pflege. Er erzählt ihm von Fafnir und fordert ihn auf, das
Gold zu holen. Er schmiedet ihm das Schwert Gram und geht mit ihm auf die
Gnitaheide. Sigurd hebt eine Grube aus, verbirgt sich drin und ersticht den
Drachen.
Regin bittet Sigurd, das Herz Fafnirs zu braten, trinkt dessen Blut und legt
sich schlafen. Sigurd verbrennt sich den Finger, steckt ihn in den Mund und
versteht nun die Sprache der Vögel, die ihm raten, Fafnir zu töten. Sigurd
erschlägt ihn und holt sich mit dem Pferd Grani das Gold.
Beim Weiterreiten findet Sigurd in einem Haus eine schlafende Frau mit Helm und
Brünne. Sigurd schneidet das Kettenhemd auf. Die Frau erwacht und erklärt, sie
heiße Hild = Brynhild und sei eine Walküre.
Dann geht Sigurd zum Hof Gjukis, hält sich dort lange auf und heiratet dessen
Tochter Gudrun.
Gunnar will Atlis Schwester Brynhild heiraten. Die hat aber gelobt, nur den zum Mann nehmen, der es wagt,
durch die Waberlohe zu reiten. Gunnars Pferd traut sich nicht. Da tauscht Sigurd
mit Gunnar die Gestalt und reitet durch das Feuer. Er teilt mit Brynhild das
Lager, legt aber sein Schwert dazwischen, gibt ihr am Morgen den Ring Andwaris
und nimmt einen Ring von ihr. Sigurd und Gunnar wechseln wieder die Gestalt und
ziehen mit der Braut heim.
Brynhild und Gudrun wollen im Fluss die Haare bleichen und geraten in Streit,
wer den edleren Mann habe. Gudrun brüstet sich. dass Sigurd Fafnir und Regin
getötet habe, Brynhild meint aber, Gunnar und nicht Sigurd habe gewagt, durch
die Waberlohe zu reiten. Gudrun beweist, dass Brynhild Sigurds Ring trägt.
Brynhild stiftet Gunnar und Högni an, Sigurd zu töten. Die sind aber durch Eide gebunden.
Also muss ihr Stiefbruder Gotthorm die Bluttat begehen. Er ersticht den
schlafenden Sigurd mit dem Schwert. Der wirft mit seinem Schwert nach dem
Mörder und durchschneidet ihn. Auch der dreijährige Sohn Sigmund muss sterben.
Brynhild begeht Selbstmord. Gunnar und Högni teilen sich den Schatz.
Brynhilds Bruder Atli nimmt Gudrun zur Frau und lädt Gunnar und Högni zu einem
Besuch ein. Vor ihrer Abreise verbergen sie das Gold im Rhein.
Am Hof Atlis kommt es zu einem Kampf zwischen seinen Leuten und den Gästen. Atli
lässt Högni das Herz aus dem Leib schneiden und Gunnar in den Schlangenhof
werfen. Gunnar bekommt insgeheim eine Harfe gereicht. Er spielt sie mit den
Zehen, weil die Hände gefesselt sind. Die Schlangen schlafen ein, außer einer
Natter, die frisst sich durch seine Brust und beißt in die Leber, so dass
Gunnar stirbt.
Gudrun tötet ihre Söhne und gibt Atli deren Blut in den mit Gold verkleideten
Schädeln und die gebratenen Herzen und überschüttet ihn mit bösen Worten. Gudrun
und ein Sohn Högnis töten Atli, während er schläft, und zündet
die Halle an.
Gudrun will sich im
Meer ertränken, wird aber ins Land des Königs Jonak getrieben, der sie
heiratet. Sie haben die Söhne Sörli, Hamdir und Erp.
Sigurds Tochter Svanhild wächst bei ihnen auf. König Jörmunrek schickt seinen
Sohn Randwer, der um Svanhild werben soll. Jarl Bikki aber meint, Randwer und
Svanhild sollten heiraten.
Sobald Jörmunrek das erfährt, lässt er Randwer an den Galgen hängen und überrennt
Svanhild mit seinen Pferden.
Gudrun fordert ihre Söhne auf, Jörmunrek zu töten. Die geraten unterwegs
aneinander und töten Erp. Als sie sich über den schlafenden Jörmunrek
hermachen, wacht er auf und ruft um Hilfe. Da die
Rächer so fest gepanzert sind, dass ihnen Waffen nichts anhaben können, werden
sie gesteinigt. Damit waren alle Nachkommen Gjukis tot.
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