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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Die Wahrheit über die Nibelungen, Überlieferung

Nibelungenlied

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um 1200, in mehreren in Einzelheiten abweichenden Handschriften. Die von Heimatforschen bevorzugte Handschrift C beweist eine genaue Ortskenntnis der Gegend um Worms, die in anderen Handschriften fehlt: ein Hinweis, dass C eine jüngere Überarbeitung ist. Die maßgebliche und wohl älteste Handschrift ist B. Es ist leichter zu erklären, warum ein jüngerer Bearbeiter seine Ortskenntnisse eingetragen hat, als warum die Abschreiber der anderen Handschriften einmütig gerade diese Stellen ausgelassen haben sollten.
Der Verfasser ist seiner Sprache nach Baier oder Österreicher (Kriemhilt, Prünhilt) und hat gute Ortskenntnisse von der Donau. Vielleicht hatte er Beziehungen zum Bischof von Passau, dessen Vorgänger Pilgerin im Nibelungenlied eine wichtige Schlüsselfigur ist.
Das in Versen abgefaßte Epos besteht aus zwei deutlich getrennten Teilen:

Teil 1: Sîvrit kommt nach Worms an den Hof der Burgunderkönige. Er wird in einen Krieg gegen die Sachsen und Dänen hineingezogen und verliebt sich in Kriemhilt.
Deren Bruder Gunther hat nichts gegen eine Heirat, bittet aber Sîvrit, ihm bei der Werbung um Prünhilt zu helfen. Die Recken fahren nach Islant, wo Gunther einen Dreikampf gegen Prünhilt gewinne muss. Sîvrit hilf ihm dabei unerkannt unter seiner Tarnkappe.
Zurück in Worms findet die Doppelhochzeit statt. In der Hochzeitsnacht aber fesselt Prünhilt den Bräutigam und hängt ihn über Nacht an die Wand. Sîvrit muss zum zweiten Mal helfen, bezwingt unter der Tarnkappe die widerspenstige Braut und nimmt ihr Ring und Gürtel. Dann überlässt er Gunther das Bett und schenkt die Trophäen seiner Frau.
Prünhilt und Kriemhilt streiten sich, wer den höheren Rang hat. Kriemhilt zeigt die Trophäen vor und verrät, was in der Hochzeitsnacht wirklich geschehen ist. Prünhilt fühlt sich betrogen und schwört Rache.
Hagene schleicht sich in Kriemhilts Vertrauen ein, die ihm verrät, dass Sîvrit durch das Drachenblut unverwundbar ist, bis auf eine kleine Stelle auf dem Rücken, die Kriemhilt auf dem Gewand durch ein Kreuz kennzeichnet. Bei einer Jagd rammt Hagene dem Helden einem Speer in den Rücken, als Sîvrit sich zum Trinken über eine Quelle neigt.
Kriemhilt schwört Rache, sieht aber zunächst keine Möglichkeit. Die Mörder schaffen Sîvrits Schatz nach Worms. Da die Witwe mit vollen Händen Schätze verteilt und sich dadurch Freunde verpflichtet, lädt Hagene den Hort auf ein Schiff und versenkt ihn im Rhein.

Teil 2: Der verwitwete Hunnenkönig Etzel hält um die Hand Kriemhilts an. Diese zieht ins Hunnenland und lädt ihre Brüder zu einem Besuch ein. Hagene wittert eine Falle, die jetzt so genannten Nibelungen ziehen aber trotzdem nach Ungarn. Hagene provozierte dort die Gastgeber. Die Nibelungen werden in einer Halle eingeschlossen, welche von den Hunnen in Band gesetzt wird. Die Eingeschlossenen verteidigen sich tapfer und reiben die hunnischen Streitmächte und ihre germanischen Verbündeten auf. Schließlich sind nur noch das Königspaar, Gunther, Hagene und Dietrîch von Bern am Leben. Kriemhilt fragt den gefesselten Hagene, wo er den Schatz versteckt hat: "Solange noch einer am Leben ist, der Bescheid weiß, verrate ich nichts." Kriemhilt lässt Gunther enthaupten. Hagene: "Jetzt weiß es nur noch ich, wo der Schatz ist, und ich verrate nichts." Kriemhilt schlägt Hagene den Kopf ab und wird daraufhin von Dietrîch enthauptet.

   

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Datum: 1994 /2006

Aktuell: 29.12.2010