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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Die Wahrheit über die Nibelungen, ÜberlieferungThidreksaga |
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um 1250 in Bergen in Norwegen aufgezeichnet nach Aussagen norddeutscher Gewährsleute. Heinz Ritter-Schaumburg hat eine altschwedische Handschrift aus dem Spätmittelalter, die sog. Svava ins Deutsche übersetzt (1989) und hält diese knappe Darstellung für die älteste Fassung der deutschen Sage. EntstehungsgeschichteDie Sage von Dietrich ist wie die von Artus ein Sagenkreis, in dem der
legendäre König zwar im Mittelpunkt steht. In den einzelnen Abenteuer aber wird von
den Randfiguren, den Kriegern des Königs, berichtet . In diesen Sagenkreis
wurde in der nordischen Thidreksaga auch die Nibelungenüberlieferung
eingewoben: Gunnar und Hagen sind Gefolgsleute Didriks und auch Sigord wird in
Didriks Gefolge aufgenommen. Der König spielt im Bericht über Sigords Ermordung
keine Rolle und taucht erst am Ende von "Krimillas Rache" auf –
entlehnt aus dem Nibelungenlied. Die Svava ist
keine kunstvolle Komposition, sondern eine lose Aneinanderreihung deutscher und
nordischer Sagen, die nur dadurch miteinander verknüpft sind, dass die
einzelnen Helden mit Didrik in Verbindung gebracht werden. Durch die sehr
knappe Erzählweise erleichtert, kommt es immer wieder zu logischen Sprüngen. So
ist keine Rede davon, dass Sigord sich mit Brynilla verlobt hätte, als er das
erste Mal bei ihr war; später aber wirft sie Sigord vor, er habe sein Verlöbnis
gebrochen. Hagen bricht zweimal die Tür zu einem Saal auf, der in der
Geschichte aber keine Rolle spielt; der Saalbrand wird nur beiläufig erwähnt,
aber hat keine weitere Bedeutung. Im Übrigen lässt sich zeigen, dass es niederdeutsche
Gewährsleute waren, welche die neue Fassung der Sage nach Skandinavien
brachten. Das zeigen niederdeutsche Namensformen wie Didrik = anord. Þiðrek, Siveke = Sibich. In 323 wird sogar ein plattdeutscher Satz zitiert. Inhalt
Sigords Mutter ist
gestorben; er wird im Wald von einer Hinde aufgezogen. Dort findet ihn der
Schmied Mymer. Dessen böser Bruder Regen hat sich in einen Drachen verwandelt.
Mymer schickt den Jungen in den Wald. Sigord findet den Drachen und tötet ihn,
badet im Drachenblut, wodurch er fast unverwundbar wird. Dann kehrt er zurück.
Mymer stattet Sigord mit einer Rüstung aus, gibt ihm das Schwert Gram und
verspricht ihm den Hengst Grane vom Gestüt Brynillas, wird aber schließlich
doch enthauptet. Sigord holt sich den Hengst und tritt in den Dienst des Königs
Isung. In Nyflungenland
regiert König Aldrian. Seine Frau hat von einem Elff einen Sohn Hagen. Mit Aldrian hatte die Frau noch die Söhne
Gunner, Gernholt und Gyntar sowie eine Tochter Krimilla. Gunner und Hagen
gehören zu den Mannen Didriks und erzählen ihrem Herrn von Sigord. Didrik und seine
Mannen fahren nach Bertangaland und messen ihre Kräfte mit den Söhnen Isungs.
Didrik besiegt Sigord und nimmt ihn in seine Dienste. Didrik reist mit
seinen Kämpen ins Nyflungenland. Dort bekommt Sigord Gunners Schwester Krimilla
zur Frau. Sigord rät Gunner, um
Brynilla in Sägard zu werben. Brynilla verlobt sich mit Gunner, der wird aber in
der Hochzeitsnacht nicht mit ihr fertig, so dass Sigord
sie "schwächen" muss. Bein einer Jagd
ersticht Hagen Sigord beim Trinken mit einem Speer. Sie bringen die Leiche heim
und legen sie der schlafenden Krimilla ins Bett. König Atilius von
Himeland war Witwer geworden. Er freit um Krimilla und heiratet sie. Aber
Krimilla trauert immer noch um Sigord. Krimilla bittet ihren
Mann, die Brüder einzuladen. Sie ziehen trotz Warnungen los, übernachten bei
Markgraf Rodger und kommen schließlich in Susat an. Krimillas Sohn
provoziert Hagen und wird erschlagen. Das gibt Anlass für ein allgemeines
Gemetzel. Didrik und Rodger halten sich zurück, müssen aber schließlich doch
eingreifen. Zuletzt sind nur noch Didrik und Hagen am Leben, der von Didrik
gefangen genommen wird. Krimilla kommt hinzu
und stößt ihren toten Brüdern ein brennendes Holz in den Mund. Atilius bittet
Didrik, sie zu erschlagen. Also erschlägt der König Krimilla mit dem Schwert. Dann lässt er den
schwer verwundeten Hagen in eine Herberge tragen und pflegen, Er besorgt ihm
eine Frau, mit der Hagen einen Sohn Aldrian zeugt. Der wird von Atilius
aufgezogen und rächt seinen Vater, indem er Atilius in den Keller sperrt. in
welchem der Niflungenschatz liegt. Dann reitet er ins Nyflungenland und
berichtet Brynilla. Schließlich wird er König dieses Landes. |
[1] Andreas Heuser rekonstruiert an Hand der Thidreksaga eine schriftliche Vorlage. [2] fehlt im Norden
[3] in der Thidreksaga wohnt
Attala / Atilius in Susa, Susak oder Susat. Susat
entspricht der urkundlichen Form des Namens von 985, Sosat (Duden, Geographische Namen in Deutschland 246) [4] Ähnlich hat man ja auch in Südhessen eine "Nibelungenstraße" kreiert und an verschiedenen Stellen "Siegfriedsquellen" lokalisiert.
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Datum: 1994 /2006 Aktuell: 29.12.2010 |
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