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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Katalog 2

Landwirtschaftsausstellung

des Geschichtsvereins Georgenhausen, Zeilhard und Spachbrücken, 14.-16.03.1992

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Katalog 1

Ackerbau

Bodenbearbeitung

Katalog 2

Düngen

Körner-Frucht

Aussaat

Mähen

Katalog 3

Getreideernte

Futtergewinnung

Kartoffelanbau

Rüben

Tabak

Katalog 4

Hauswirtschaft

Geräte für den Haushalt

Waschtag

Gefäße

Viehwirtschaft

Futterzubereitung

Milchwirtschaft

Holz

Brennholz

Katalog 5

Werkzeuge

Holzbearbeitung

Bohren

Schreiner und Zimmermann

Sägen

Schlosser

Schuster

Waagen

Sonstiges

Katalog 6

Fuhrwerk

Wagen

Geschirr

 

 

Düngen

Pflanzen entziehen dem Boden Mineralstoffe. Wenn Pflanzenteile absterben, fallen sie auf den Boden und werden von Mikroorganismen in Humus verwandelt, aus dem die lebenden Pflanzen ihre Nahrung beziehen.

Wenn wir Pflanzenteile ernten, unterbrechen wir diesen Kreislauf und müssen daher durch Düngen dem Boden die fehlenden Stoffe wieder zurückgeben.

Wir unterscheiden:

  • Gründüngung durch Anbau von Pflanzen, die im Boden Stickstoff sammeln (z.B. Wicken), und durch Unterpflügen nicht benötigter Pflanzenteile (z.B. Stroh)

  • Mist = mit Stroh vermischte feste tierische Ausscheidungen

  • Pfuhl (Jauche, Gülle) = flüssige Ausscheidungen

  • Kompost = Humus aus verrotteten Pflanzen

  • Mineral- oder Kunstdünger.

Mistgabel: Zum Ausmisten der Ställe, zum Aufladen von Mist auf den Wagen und zum Ausbreiten auf dem Acker; auch für viele andere Arbeiten

Mistkrappen, -haken: Damit kratzte man den Mist im Stall zusammen oder zog ihn vom Wagen auf den Acker herunter; auch zum Kartoffelernten.

Pfuhlschöpfer: Als es noch keine Kanalisation gab, wurden die Ausscheidungen von Mensch ("Plumpsklo", damals Abort genannt) und Vieh im Pfuhlloch gesammelt, das dann von Zeit zu Zeit mit Pfuhlschöpfer oder Pumpe in ein Pfuhlfass entleert und als Dünger auf den Acker gefahren wurde.

Pfuhlfass: für den Handwagen, mit Ständer. Auch für den Transport von Gießwasser in abseits gelegene Gärten. Für den Ackerwagen gab's große Holzfässer, später auch Eisenfässer.

Körner-Frucht

Gerste für Futter und zum Bierbrauen. Die Gerste hat relativ kurze Halme und kurze Grannen.

Haber (Hafer), hauptsächlich als Futterverwendet, früher auch für Haferbrei, jetzt für Haferflocken. Zum Backen ungeeignet. Die Haferkörner sitzen nicht in einer Ähre fest am Halm, sondern hängen locker in Rispen. Haferstroh war besonders für Bettstroh begehrt (zum Füllen des Strohsacks an Stelle der Matratze).

Hirse ist die älteste Getreideart und wurde schon vor 5000 Jahren in Deutschland angebaut, heute nur noch selten. Für Brei. Die kleinen Hirsekörner wachsen an ährenähnlichen Kolben oder an haferähnlichen Rispen.

Korn (Roggen) zum Brotbacken, geschätzt wegen des hohen Klebergehalts, aber schwerer verdaulich, daher meist mit Weizen gemischt. Korn hat längere Grannen als Gerste und die längsten Halme (wichtig für die Strohgewinnung). Es ist anspruchsloser als Weizen und wird daher vor allem in kargen Gegenden angebaut.

Welschkorn (Mais) ist die jüngste Getreideart und wurde erst nach dem Krieg in größerem Umfang angebaut. Für Grün- oder Körnerfutter, für Gries und Stärke (Maizena), neuerdings auch für Cornflakes (Maisflocken) und Popcorn (Puffmais). Mais wächst an großen, festen Kolben.

Spelz (Dinkel), eine wohlschmeckende, aber wenig ergiebige Weizenart, heute vor allem unreif als Grünkern geerntet. Spelz hat im Unterschied zu Weizen nur zwei Körnerzeilen in der Ähre, bringt also nur halb soviel Ertrag wie Weizen.

Weiß (Weizen) für Brot und Feingebäck. Der heute angebaute vierzeilige Weizen ist die ertragreichste Getreidesorte, wird aber in Deutschland wegen des geringen Gehalts an Kleber und an Ballaststoffen meist mit Korn gemischt. Weizen hat kurze Halme und kleine Grannen.

Buchweizen, ein Knöterichgewächs, dessen Samen an Bucheckern erinnern und wie Getreide vermahlen werden.

Kleesamen. Klee wird als Futterpflanze angebaut (Grünfutter und Kleeheu).

Leinsamen, Samen der Flachspflanze, als Gespinstpflanze (Flachs) oder Öllieferant (Lein) veredelt

Magsamen (Mohnsamen) zur Ölgewinnung und als Küchenzutat. Böse Zungen behaupten. manche Leute hätten ihre unruhigen Kindern Magsamen auf den Lutschbeutel getan, dann seien sie eingeschlafen und manchmalk nicht mehr aufgewacht.

Rübsamen: Das Hofgut Müller hatte eine eigene Rübenzucht und entwickelte eine zuckerhaltige und nahrhafte Futterrübe "Müllers Georgenhäuser", die aber wegen ihrer spitzen Wurzeln schwer zu ernten und daher nicht beliebt war.

Soja, eine eiweißreiche Hülsenfrucht, früher hier unbekannt.

Sonnenblume, in neuerer Zeit als Futterpflanze und Öllieferant angebaut.

Triticale, eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, sehr eiweißreich, zum Backen ungeeignet, Futtergetreide.

Aussaat

Hölzerne Säschüssel: Die älteste Methode, Samenkörner in die Erde zu bringen, ist sie auszustreuen und dann durch Rechen oder Eggen mit Erde zu bedecken. Man hängte sich dazu die gefüllte Säschüssel oder eine Säschürze über die Schulter und streute mit weitausholendem Schwung die Samen auf die Erde.

Metall-Säschüssel auch zum Ausbringen von körnigem Mineraldünger.

Kleine Sämaschine zum Nachsäen, wenn etwas nicht aufgegangen war und einstellbar für verschiedene Samengrößen und Pflanzenabstände. Zum Ausbringen des Saatguts benutzt man heute große Maschinen.

Saategge (Teil) bedeckt das Saatgut mit Erde.

Mähen

Sichel zum Abmähen kleinerer Mengen und für die Getreideernte: die runde Sichel bündelte die abgeschnittenen Halme zu einer Garbe. Das nannte man gelegen.

Sense mit hölzernem Wurf. Die Sense dient vor allem zum Grasmähen, auch zum Mähen von liegendem Getreide (Gerste).

Stumpf: eine Sichel zum Mähen kleinerer Mengen.

Dengelhammer: Die Schneide von Sense und Sichel wird vor Arbeitsbeginn mit dem Hammer ausgetrieben (gedengelt). Als Unterlage benutzt man einen ambossartigen Dengelstock.

Während der Arbeit wird die Schneide mit dem Wetzstein scharf gehalten. Der Stein steckt in einem am Gürtel befestigten Schlackerfass aus einem Kuhhorn, Holz oder Metall, in dem sich Wasser befindet.

Dengelstock aus einem Schienenstück geschmiedet.

Schlackerfass mit Wetzstein hing am Gürtel und diente als Wetzsteinbehälter. Es enthielt Wasser, das den Wetzstein befeuchtete.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krappen

Pfuhl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Säschüsseln

Säern mit der Schüssel

Sämaschinen

Mähzubehör

Sense wetzen

Wetzstein + Sxhlackerfass

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Übersicht

 

Sprachecke 03.03.2009

 

Datum: 1992 / 2007

Aktuell: 31.01.2011