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Pflanzen entziehen
dem Boden Mineralstoffe. Wenn Pflanzenteile absterben, fallen sie auf den
Boden und werden von Mikroorganismen in Humus verwandelt, aus dem die
lebenden Pflanzen ihre Nahrung beziehen.
Wenn wir Pflanzenteile ernten, unterbrechen wir diesen Kreislauf und müssen
daher durch Düngen dem Boden die fehlenden Stoffe wieder zurückgeben.
Wir unterscheiden:
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Gründüngung durch
Anbau von Pflanzen, die im Boden Stickstoff sammeln (z.B. Wicken), und
durch Unterpflügen nicht benötigter Pflanzenteile (z.B. Stroh)
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Mist = mit
Stroh vermischte feste tierische Ausscheidungen
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Pfuhl (Jauche,
Gülle) = flüssige Ausscheidungen
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Kompost = Humus
aus verrotteten Pflanzen
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Mineral-
oder Kunstdünger.
Mistgabel:
Zum
Ausmisten der Ställe, zum Aufladen von Mist auf den Wagen und zum Ausbreiten
auf dem Acker; auch für viele andere Arbeiten
Mistkrappen,
-haken:
Damit kratzte man den Mist im Stall zusammen oder zog ihn vom Wagen auf den
Acker herunter; auch zum Kartoffelernten.
Pfuhlschöpfer: Als es noch
keine Kanalisation gab, wurden die Ausscheidungen von Mensch ("Plumpsklo",
damals Abort genannt) und Vieh im Pfuhlloch gesammelt, das dann von Zeit zu
Zeit mit Pfuhlschöpfer oder Pumpe in ein Pfuhlfass entleert und als Dünger
auf den Acker gefahren wurde.
Pfuhlfass:
für den Handwagen, mit Ständer. Auch für den Transport von Gießwasser in
abseits gelegene Gärten. Für den Ackerwagen gab's große Holzfässer, später
auch Eisenfässer.
Gerste
für Futter und zum Bierbrauen. Die Gerste hat relativ kurze Halme und kurze
Grannen.
Haber
(Hafer), hauptsächlich als Futterverwendet, früher auch für Haferbrei, jetzt
für Haferflocken. Zum Backen ungeeignet. Die Haferkörner sitzen nicht in
einer Ähre fest am Halm, sondern hängen locker in Rispen. Haferstroh war
besonders für Bettstroh begehrt (zum Füllen des Strohsacks an Stelle der
Matratze).
Hirse
ist die älteste Getreideart und wurde schon vor 5000 Jahren in Deutschland
angebaut, heute nur noch selten. Für Brei. Die kleinen Hirsekörner wachsen
an ährenähnlichen Kolben oder an haferähnlichen Rispen.
Korn
(Roggen) zum Brotbacken, geschätzt wegen des hohen Klebergehalts, aber
schwerer verdaulich, daher meist mit Weizen gemischt. Korn hat längere
Grannen als Gerste und die längsten Halme (wichtig für die Strohgewinnung).
Es ist anspruchsloser als Weizen und wird daher vor allem in kargen Gegenden
angebaut.
Welschkorn
(Mais) ist die jüngste Getreideart und wurde erst nach dem Krieg in größerem
Umfang angebaut. Für Grün- oder Körnerfutter, für Gries und Stärke
(Maizena), neuerdings auch für Cornflakes (Maisflocken) und Popcorn (Puffmais). Mais wächst an großen, festen Kolben.
Spelz
(Dinkel), eine wohlschmeckende, aber wenig ergiebige Weizenart, heute vor
allem unreif als Grünkern geerntet. Spelz hat im Unterschied zu Weizen nur
zwei Körnerzeilen in der Ähre, bringt also nur halb soviel Ertrag wie
Weizen.
Weiß
(Weizen) für Brot und Feingebäck. Der heute angebaute vierzeilige Weizen ist
die ertragreichste Getreidesorte, wird aber in Deutschland wegen des
geringen Gehalts an Kleber und an Ballaststoffen meist mit Korn gemischt.
Weizen hat kurze Halme und kleine Grannen.
Buchweizen,
ein Knöterichgewächs, dessen Samen an Bucheckern erinnern und wie Getreide
vermahlen werden.
Kleesamen.
Klee wird als Futterpflanze angebaut (Grünfutter und Kleeheu).
Leinsamen,
Samen der Flachspflanze, als Gespinstpflanze (Flachs) oder Öllieferant
(Lein) veredelt
Magsamen (Mohnsamen) zur Ölgewinnung und
als Küchenzutat. Böse Zungen behaupten. manche Leute hätten ihre unruhigen
Kindern Magsamen auf den Lutschbeutel getan, dann seien sie eingeschlafen
und manchmalk nicht mehr aufgewacht.
Rübsamen:
Das Hofgut Müller hatte eine eigene Rübenzucht und entwickelte eine
zuckerhaltige und nahrhafte Futterrübe "Müllers Georgenhäuser", die aber
wegen ihrer spitzen Wurzeln schwer zu ernten und daher nicht beliebt war.
Soja,
eine eiweißreiche Hülsenfrucht, früher hier unbekannt.
Sonnenblume,
in neuerer Zeit als Futterpflanze und Öllieferant angebaut.
Triticale,
eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, sehr eiweißreich, zum Backen
ungeeignet, Futtergetreide.
Hölzerne Säschüssel: Die älteste
Methode, Samenkörner in die Erde zu bringen, ist sie auszustreuen und dann
durch Rechen oder Eggen mit Erde zu bedecken. Man hängte sich dazu die
gefüllte Säschüssel oder
eine Säschürze über die Schulter und streute mit weitausholendem
Schwung die Samen auf die Erde.
Metall-Säschüssel auch zum
Ausbringen von körnigem Mineraldünger.
Kleine
Sämaschine zum Nachsäen, wenn
etwas nicht aufgegangen war und einstellbar für verschiedene Samengrößen und
Pflanzenabstände. Zum Ausbringen des Saatguts benutzt man heute große
Maschinen.
Saategge
(Teil)
bedeckt das Saatgut mit Erde.
Mähen
Sichel zum Abmähen
kleinerer Mengen und für die Getreideernte: die runde Sichel bündelte die
abgeschnittenen Halme zu einer Garbe. Das nannte man gelegen.
Sense mit hölzernem Wurf. Die Sense dient vor
allem zum Grasmähen, auch zum Mähen von liegendem Getreide (Gerste).
Stumpf: eine Sichel
zum Mähen kleinerer Mengen.
Dengelhammer: Die Schneide
von Sense und Sichel wird vor Arbeitsbeginn mit dem Hammer ausgetrieben
(gedengelt). Als Unterlage benutzt man einen ambossartigen Dengelstock.
Während der Arbeit wird die Schneide mit dem Wetzstein scharf
gehalten. Der Stein steckt in einem am Gürtel befestigten Schlackerfass aus
einem Kuhhorn, Holz oder Metall, in dem sich Wasser befindet.
Dengelstock aus einem
Schienenstück geschmiedet.
Schlackerfass
mit Wetzstein hing am Gürtel und
diente als Wetzsteinbehälter. Es enthielt Wasser, das den Wetzstein
befeuchtete.
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