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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Katalog 3

Landwirtschaftsausstellung

des Geschichtsvereins Georgenhausen, Zeilhard und Spachbrücken, 14.-16.03.1992

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Katalog 1

Ackerbau

Bodenbearbeitung

Katalog 2

Düngen

Körner-Frucht

Aussaat

Mähen

Katalog 3

Getreideernte

Futtergewinnung

Kartoffelanbau

Rüben

Tabak

Katalog 4

Hauswirtschaft

Geräte für den Haushalt

Waschtag

Gefäße

Viehwirtschaft

Futterzubereitung

Milchwirtschaft

Holz

Brennholz

Katalog 5

Werkzeuge

Holzbearbeitung

Bohren

Schreiner und Zimmermann

Sägen

Schlosser

Schuster

Waagen

Sonstiges

Katalog 6

Fuhrwerk

Wagen

Geschirr

 

 

Getreideernte (Erne)

Wenn die Frucht reif war, wurde sie von  den Mannsleuten mit dem Reff widergehauen. Die Weibsleute nachfolgenden Frauen gelegten die Halme mit der Sichel und banden sie zu Buscheln 'Garben' zusammen. Diese wurden zu Ernehaufen zum Trocknen zusammengestellt und dann mit dem Leiterwagen in die Scheuer gefahren. Später übernahmen Maschinen die Arbeit. Das Problem: Man darf die Frucht nicht einfach abmähen wie Gras, damit die Körner nicht ausfallen und verloren gehen. Die "Windmühle" mähte so, dass man bequem Garben binden konnte.

Der Binder mähte und band zugleich die Garben.

Der Mähdrescher mäht und drischt gleich auf dem Acker und lässt das ausgedroschene Stroh auf dem Acker. Auf dem Acker wird das Stroh heute entweder mitsamt den Stoppeln untergepflügt oder mit einer Spezialmaschine aufgenommen und zu Boßen oder großen Rollen gepresst.

Reff: Spezialsense für die Getreideernte. Man haute damit wider die noch stehende Frucht, d.h. so dass abgeschnittenen Halme sich gegen die noch stehenden legten. Das Gitterder eigentliche Reff, am Sensenwurf verhinderte, dass die abgemähten Halme in die andere Richtung umfielen und ihre Körner verloren.

Gerste wird oft vom Regen auf den Boden geschlagen und musste daher mit der Sense gemäht werden.

Getreideableger für die Getreidemähmaschine. Einer saß auf der Maschine und lenkte die Zugtiere, ein Beifahrer schob mit einer Art Gabel die geschnittenen Garben beiseite.

Ernestricke zum Zusammenbinden der Getreidegarben. Mit Hilfe des Knebels hielt auch ein leichter Knoten die Garben zusammen. Bei Korn verwendete man auch Strohseile, die nach Bedarf aus dem langen Kornstroh gewunden wurden.

Bindknebel ein Hilfsmittel zum schnelleren Binden der Garben, vor allem bei Gerste verwendet. Der Bindknebel wurde ähnlich wie eine Nadel eingesetzt: Man hängte eine gebrauchte Maschinenkordel mit dem Knoten ein, band am anderen Ende eine Schlaufe, führte den Bindknebel unter der Garbe durch, steckte ihn durch die Schlaufe, löste die Kordel und hängte den Knoten in die Schlaufe. Der Druck der zusammengepressten Garbe verhinderte, dass sich der Bund wieder löste.

Ernte- oder Schleifrechen wurde nach der Ernte über den Acker gezogen, um die liegengebliebenen Ähren zusammenzurechen

Dreschflegel: Vor der Erfindung der Dreschmaschine wurden die Getreidekörner mit dem Flegel aus den Ähren geschlagen (gedroschen). Drei Männer schlugen im Wechsel auf das auf dem Boden liegende Getreide. Das war besonders eine Arbeit für auswärtige Saisonarbeiter, die den entsprechenden Hunger mitbrachten und "fraßen wie die Drescher".

Getreidemaße

Das Getreide wurde nicht gewogen, sondern mit hölzernen Hohlmaßen gemessen:

  • 1 Mäßchen ca. 0,5 ℓ

  • 1 Gescheid = 4 Mäßchen ca. 2 ℓ

  • 1 Kumpf = 4 Gescheid ca. 8 ℓ

  • 1 Simmer = 4 Kumpf ca. 32 ℓ

  • 1 Malter = 4 Simmer ca. 128 ℓ
    Der Malter war kein eigenes Messgefäß, es wurden 4 Simmer in den Sack geschüttet.

Nürscht: Mit dieser Holzschaufel füllte man die Getreidekörner in den Simmer.

Metallschippe: Nachfolger des Nürst

Reitersieb mit Holzgitter für Abredsel. Abredsel sind die abgeschlagenen Teile vom Getreidehalm im Unterschied zur Sprau (abgeschlagene Hüllblätter der Körner). Das gedroschene Getreide enthält noch allerlei unbrauchbare Teile und muss geputzt werden. Die groben Abredsel wurden mit einem Sieb ausgeschieden.

Sprausieb mit Drahtgitter zum Ausscheiden der Sprau (Spreu, Dreschabfall)

Strohschneidmesser, war an einem Kasten befestigt, in den das Stroh gelegt wurde. Man benutzte es zum Schneiden des Kornstrohs, das zum Streuen im Stall zu lang war.

Im Backhaus, das bis 1973 vor der Kirche stand, konnte jede Familie nach Absprache ihr eigenes Brot und Kuchen backen.

Mehlsiebe

Kuchenbretter, rund und viereckig zum Transport von Blechkuchen, auch bei Schlachten gebraucht.

Brotkörbe aus Stroh: Strohflechten war eine Winterbeschäftigung auf dem Bauernhof. In solchen Strohkörben wurde das Brot vor dem Backen geformt.

Brotschuber: Zum "Einschießen" des Brots in den Backofen.

Futtergewinnung

Gras und Klee wurden mit der Sense gemäht. Man unterscheidet zwei Grasernten, das Heu im Frühsommer, zur Zeit wo das Gras blüht, und das Amahd (Ômed) oder Grünmahd (Grummed) im Spätsommer. Das abgemähte Gras wird zum Trocknen liegen gelassen und muss ab und zu mit Gabel oder Wender gewendet werden. Dann wurde es mit Holz- oder Maschinenrechen zusammengezogen, lose mit Gabeln auf den Leiterwagen geladen und in der Scheuer wieder abgeladen. Dort wurde es festgestampft.

Kleeheubock: Klee wird als Grünfutter verwendet oder auf solchen Böcken getrocknet und im Winter verfüttert.

Heugabel (zweizinkig): Mit der leichten zweizinkigen Gabel wurde das Heu nach dem Mähen zum Trocknen gewendet oder geschnickt, daher auch "Schnickgabel".

Heugabel (dreizinkig): Mit der größeren Gabel wurde das Heu auf den Wagen geladen; mit einer langstieligen Gabel lud man es in der Scheuer durch die Schließe ab.

Holzrechen zum Zusammenrechen von abgemähtem Gras.

Wiesenbeil und -Spaten zum Herstellen von Gräben.

Kartoffelanbau

Kartoffelpflanzen werden nicht aus Samen gezogen, sondern aus Kartoffelknollen, die in die Erde gelegt. Man hackte Löcher oder pflügte eine Furche und legte in regelmäßigen Abständen die Knollen hinein. Dann bedeckte man sie wieder mit Erde und häufelte danach einen kleinen Wall auf die Reihe. Dazu diente die Häufelhacke oder der Häufelpflug.

Kartoffelhacke

Häufelhacke

Häufelpflug

Kartoffelernte: Wenn das Kraut abgewelkt ist, kann man die Knollen ernten. Man hackte sie mit dem Karst bzw. dem Krappen aus oder zackerte sie mit dem Kartoffelpflug aus der Erde, las sie in Manden, die dann in Kartoffelsäcke geleert wurden. Die Säcke wurden dann auf den Wagen geladen und zu Hause über einen Kartoffelkandel durchs Kellerfenster in den Kartoffelkeller geschüttet, wo dann große Speisekartoffeln und kleine Futterkartoffeln ausgelesen wurden.

Kartoffelgabel, dient zum Aufnehmen von Kartoffeln. Die verdickten Enden sollen verhindern, dass die Kartoffeln aufgespießt werden.

Karst (zweizinkig) zum Kartoffelernten, Aushacken von Wurzeln usw.

Karst (dreizinkig)

Weidenmande: Eine Mande ist ein runder Korb mit zwei "Ohren", bei der Kartoffelernte verwendet, später durch einen Korb aus Draht oder Kunststoff ersetzt.

Drahtmande.

Rüben

Man unterscheidet Wurzeln (Futterrüben) und Zuckerrüben. Die Futterrüben werden für den Eigenbedarf angebaut, die Zuckerrüben mit Bahn oder LKW an die Zuckerfabrik in Groß-Gerau geliefert. Die Rüben werden in Reihen gesät. Da die Samenkörner mehrere Keime enthalten, gehen immer mehrere Rüben zugleich auf. Trotz moderner Sämaschinen mussten die Wurzeln nach dem Aufgehen daher vereinzelt (verrupft) werden. Zwischendurch muss immer wieder das Unkraut ausgehackt werden.

Heute benutzt man einkeimige Samen, aus denen immer nur eine Rübe aufgeht. Die Rüben wurden mit verschiedenen Methoden geerntet (ausgegraben, ausgepflügt). Dabei mussten die Grotzen (Blätter) entfernt werden, die ebenfalls verfüttert werden können (in Silos vergoren und gelagert). Die Rüben selbst werden in Kauten gelagert und mit Erde (heute zusätzlich mit Folien) abgedeckt.

Rübenziehhacke gegen Unkraut.

Wurzelschruppkarren zum bequemen Abhacken des ersten Unkrauts zwischen den Rübenreihen. Man brauchte den Wagen nur vor sich her zu schieben.

Hölzerner Rüben-Hackpflug zum Entfernen des Unkrauts zwischen den Rübenreihen.

Eiserner Rüben-Hackpflug

Rübenstecher zum Ausgraben der Rüben. Man stach wie mit einem Spaten neben der Rübe in die Erde, drückte den Stiel nach unten, fasste gleichzeitig die Rüben bei den Blättern und rupfte sie aus.

Grotzenmesser oder Wurzelmesser zum Abhacken der Grotzen (Rübenblätter).

Grotzenschneider zum Abschneiden der Grotzen (Rübenblätter).

Zuckerrübengabel zum Aufnehmen von Zuckerrüben, ähnlich wie die Kartoffelgabel mit verdickten Enden, aber mit breiteren Abständen der Zinken.

Tabak

Die Gegend um Viernheim ist altes hessisches Tabakabbaugebiet (Scheuerbambler, weil die Blätter zum Trocknen in der Scheuer baumelten). In der schlechten Zeit nach dem Krieg durfte jeder eine beschränkte Zahl Tabakpflanzen für den Eigenbedarf anbauen. Die Blätter wurden getrocknet und zu Pfeifen- oder Zigarettentabak geschnitten oder zu Zigarren geformt. Dazu brauchte man verschiedene Hilfsmittel:

Zigarrenpresse zum gleichzeitigen Formen vieler Zigarren aus selbstgebautem Tabak.

Tabakschneider zum Zerkleinern von Tabakblättern für Pfeife und selbstgedrehte Zigaretten. Verstellbar für verschiedene Feinheitsgrade.

 

Getreidernte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Getreideableger

Bindknebel, Ernestricke

Ernerechen

Dreschflegel

 

 

 

 

 

 

 

 

Getreidemaße

 

Nürscht

Schippe

Reitersiebe

Strohschneidmesser

 

 

 

 

 

 

Brotkörbe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wiesenbeil und -Spaten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kartoffellese

Kartoffelgabeln

Krappen, Karst

Manden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wurzelschruppkarren

Rüben-Hackpflug

Rübengeräte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1992 / 2007

Aktuell: 12.01.2012