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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Katalog 4

Landwirtschaftsausstellung

des Geschichtsvereins Georgenhausen, Zeilhard und Spachbrücken, 14.-16.03.1992

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Katalog 1

Ackerbau

Bodenbearbeitung

Katalog 2

Düngen

Körner-Frucht

Aussaat

Mähen

Katalog 3

Getreideernte

Futtergewinnung

Kartoffelanbau

Rüben

Tabak

Katalog 4

Hauswirtschaft

Geräte für den Haushalt

Waschtag

Gefäße

Viehwirtschaft

Futterzubereitung

Milchwirtschaft

Holz

Brennholz

Katalog 5

Werkzeuge

Holzbearbeitung

Bohren

Schreiner und Zimmermann

Sägen

Schlosser

Schuster

Waagen

Sonstiges

Katalog 6

Fuhrwerk

Wagen

Geschirr

 

 

 

Hauswirtschaft

Geräte für den Haushalt

Bohnenleier, Holz, zum Zerkleinern von grünen Bohnen, die eingemacht werden sollen.

Kaffeemühle: Die Kaffeebohnen wurden mit der Kaffeemühle von Hand gemahlen, in der Kanne mit heißem Wasser überbrüht und dann nach kurzem Ziehen durch ein Seihchen in die Tasse gegossen. Die Kaffeemühle war so populär, dass man statt "im Uhrzeigersinn" sagte "wie die Kaffeemühle".

Kessel: Der große Kessel war in einen steinernen Herd eingebaut und diente als Heißwasserbereiter für die Wäsche und die Badebütte, fürs Schlachtfest, zum Latwergekochen usw.

Kleinere Mengen Heißwasser wurden ständig ohne zusätzlichen Aufwand auf dem Herd im Schiff bereit gehalten.

Latwergerührer. Latwerge (Zwetschgenmus) wurde stundenlang in einem großen Kessel mit Zucker gekocht und dabei mit dem großen Rührer umgerührt. Latwerge dient als Brotaufstrich.

Reiserbesen

Wiegemesser zum Kleinschneiden von Kräutern.

Gefäße

Ein Ständer ist ein großer, "stehender" Topf.

Krautständer zur Herstellung und Lagerung von Sauerkraut. Dazu wird Weißkraut mit dem Krauthobel geschnitten und zusammen mit Salz in dem Ständer eingestampft, mit Brettchen und Steinen beschwert und Tüchern abgedeckt. Durch Milchsäuregärung entsteht Sauerkraut.

Krauthobel zum bequemen Schneiden vom Weißkraut direkt in den Krautständer.

Krautstämpfel zum Einstampfen von Weißkraut im Krautständer.

Gießkanne in Handarbeit von einem Spengler aus verzinktem Blech gemacht.

Der Bender oder Küfer stellte hölzerne Gefäße her (Fässer, Bottiche, Zuber). Er fügte die hölzernen Dauben durch eiserne Reifen zusammen und passte die hölzernen Böden ein.

Fässchen.

Lakefass und Fleischständer zum Einpökeln von Schinken. Der Rohschinken wird eine Zeitlang in Lake (Salzwasser) eingelegt, dann in einem Leinensack an der Luft getrocknet und dann anschließend geräuchert.

Obstkelter vor allem für Apfelwein. Die Äpfel werden gewaschen, kleingehäckselt und in die Kelter gefüllt. Dann legt man die Hölzer drauf und drückt sie mit der Spindel auf das Keltergut. Unten läuft der Saft raus, wird aufgefangen und weiterverarbeitet. Die ausgepressten Rückstände (Treber) dienen als Viehfutter.

Korbflasche zum Herstellen von Obstwein. Das mit Wasser gefüllte S-Röhrchen verschließt die Flasche luftdicht und lässt trotzdem das Kohlendioxid entweichen, das bei der Gärung entsteht.

Steinzeugtöpfe.

Waschtag

Vor der Erfindung der Waschmaschine musste die Wäsche von Hand gewaschen werden. Im großen Kessel wurde Wasser heiß gemacht, die Wäsche in einem Bottich (Zuber) oder einer Zinkwanne (Brenk) eingeweicht, mit einem Wäschlöffel umgerührt und dann auf dem Wäschbrett (Rubbelbrett, Wäschreibe) der Schmutz ausgerieben. Dann wurde die Wäsche in klarem Wasser gespült, von Hand ausgewrungen und zum Trocknen auf die Leine gehängt. Ein Tagesprogramm für die Hausfrau!

Wassereimer: Damit holte man heißes Wasser, das im großen Kessel zubereitet wurde.

Wäschbrenk

Wäschbrett (Rubbelbrett, Wäschreibe): Man stellte es in die Wäschbrenk und rieb darauf mit Wäschmittel und Bürste den hartnäckigen Schmutz aus, der durch Einweichen nicht zu beseitigen war.

Wäschlöffel von Persil, zum Umrühren der eingeweichten Wäsche und zum Herausheben einzelner Wäschestücke aus dem heißen Wasser.

Waschestämpfel: Damit wurde die eingeweichte Wäsche gestampft. Durch das Niederdrücken wird die Wäsche gewalkt und gleichzeitig Luft bzw. Sauerstoff aus der Glocke ins Wasser gepresst, was den Reinigungsprozess unterstützt.

Wäscheschleuder mit Kurbel.

Viehwirtschaft

Futterzubereitung

Die Schweine wurden mit im Dämpfer gekochten Futterkartoffeln gefüttert, die mit Kartoffelleier oder Kartoffelstampfer zerkleinert und mit Kleie und anderem vermischt wurden.

Die Kartoffeln mussten vorher gewaschen werden. Sie wurden in einen Wasserbehälter geworfen, umgerührt und mit dem korbartigen Kartoffelwäscher wieder herausgeholt.

Kartoffelwäscher

Kartoffelleier, - quetsche

Säueimer (Futtereimer)

Milchwirtschaft

Seit Anfang der 30er Jahre vermarkten die Landwirte die Milch nicht mehr selbst, sondern liefern sie an die Molkerei ab. Vorher machte jeder Hof Butter und Käse selbst.

Melkschemel (Melkstühlchen): Vor der Erfindung der Melkmaschine wurden die Kühe von Hand gemolken. Wenn man die Zitzen am Euter massiert, sondert das Euter Milch ab, die in einem Eimer gesammelt wird. Die Bäuerin (früher auch die Magd oder in großen Betrieben der Schweizer) saß dabei auf dem Melkschemel.

Milchkanne: Damit wurde bis vor kurzem die Milch vom Hof zur Sammelstelle gebracht. Jetzt sammelt man sie in großen Kühlbehältern am Hof, wo sie direkt von der Molkerei abgeholt wird.

Butter: Für die Butterherstellung benutzte man ein Butterfass, in dem durch Stoßen oder Schleudern aus dem abgeschöpften Rahm Butter gewonnen wurde. Das im Rahm enthaltene Milchfett klumpt sich dabei zusammen. Ähnlich machen wir's heute mit Schlagsahne.

Butterleier: Ähnlich wie beim Sahneschlagen wird hier die Butter durch schnelles Umdrehen der hölzernen Flügel im Fass gewonnen.

Käse: Wenn Milch sauer wird, klumpen sich die Eiweißstoffe zusammen. Dann haben wir Dickmilch. Wenn man sie in ein Tuch gießt, fließt Molke ab, der Rückstand im Tuch ist Schmierkäse (Quark).

Wenn man diesen noch weiter entwässert, zu Laiben formt und stehen lässt, entsteht durch einen Reifungsprozess Handkäse.

Für andere Käsesorten lässt man die Milch durch Lab gerinnen, das aus dem Kälbermagen gewonnen wird.

Presse für Schmierkäse (?), wurde wahrscheinlich benutzt, um die Molke aus der Dickmilch herauszudrücken.

Holz

Holz spielte in der Landwirtschaft eine größere Rolle als heute: Holz war

  • Energieträger (Brennholz)

  • Baumaterial (Zimmerholz)

  • Werkstoff, auch da, wo wir heute Metall oder Kunststoff verwenden.

Vorteile gegenüber anderen Rohstoffen: Holz wächst immer wieder nach. Hölzerne Geräte können leicht selbst repariert werden.

Brennholz

Das aus dem Wald besorgte Brennholz (Stämme und Wurzelstöcke) wurde quer zur Faser mit der Trummsäge geschnitten und längs zur Faser mit Axt, Keilen und Schlägel gerissen. Dieses grob zerkleinerte Holz wurde dann mit dem Beil auf dem Hackklotz gehackt und musste einige Jahre lagern und trocknen, bis man es verbrennen konnte. Später ließ man den Holzschneider kommen, der mit einer fahrbaren Motor-Bandsäge die grobe Arbeit übernahm.

Rodhacke zum Aus- und Abhacken von Wurzeln, vor allem im Wald (roden 'alle Bäume, Sträucher usw. auf einem Grundstück beseitigen').

Handgeschmiedete Axt: Das Blatt besteht aus zwei Teilen: Der hintere Teil ist aus gewöhnlichem Eisen; die Schneide aus gehärtetem Stahl wurde an den hinteren Teil angeschmiedet. Das Loch für den Helm wurde aus dem glühenden Eisen herausgeschlagen. Die Axt verwendet man beim Holzfällen zum Hauen einer Kerbe und beim Holzzerkleinern zum Herstellen eines Risses, in den der Keil eingesetzt wird.

Schlägel: Holzhammer zum Eintreiben von Keilen. Der dünne, federnde Stiel erhöhte die Schlagkraft. Die Reifen sollen verhindern, dass das Holz des Schlägelkopfs splittert.

Eisenkeil zum Reißen und Spalten von großen Holzblöcken. Man hieb mit der Axt einen Riss in das Holz und trieb es dann mit Keilen und Schlägel auseinander.

Hippe: Hackmesser zum Zerkleinern von Ästen auf den Hackklotz.

Beil zum Holzspalten und vielen anderen Arbeiten, eins der urtümlichsten Geräte.

Sägen

Trummsäge zum Fällen von Bäumen und zum Zerschneiden großer Brennholzblöcke.

Großer Fuchsschwanz: Handsäge

Bogensäge zum Schneiden von Brennholz. Das Sägeblatt wird durch den elastischen Metallbogen gespannt.

Sägbock zum Festhalten der Stämme, die zu Brennholz geschnitten werden sollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Latwergerührer

Reiserbesen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Waschtag

 

 

 

 

 

Waschzeug

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kartoffelleier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Butterleier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rodhacken

 

 

Axt, Keil, Schlägel

 

Axt, Beil, Hippen

 

Sägen

Sägen mit Bock

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1992 / 2007

Aktuell: 31.01.2011