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Der Landwirt ist
nicht nur Agrarfachmann, sondern muss die meisten anfallenden Arbeiten auf
dem Hof selbst erledigen können. Dazu braucht er auch heute eine vielseitige
Werkstatt.
Da es früher auf dem Dorf noch nicht so viele Einkaufsmöglichkeiten gab, war
jeder Bauer im wesentlichen Selbstversorger, dem nur wenige örtliche
Handwerker zur Seite standen (z. B. der Dorfschmied).
Holz und Eisen:
Erst seit dem
18-erJahrhundert kann man mit Hilfe von Steinkohle in großen Mengen Eisen
und Stahl erzeugen und Geräte bauen, die ganz aus Eisen sind. Vorher war
Eisen teuer; man verwendete es nur, wo es unumgänglich war: für Beschläge,
Reifen, Schneidewerkzeuge. Die übrigen, weniger beanspruchten Geräteteile
waren aus Holz und konnten leicht selbst repariert werden.
Holz- und Eisenpflug nebeneinander dokumentieren die alte und neue Zeit.
Schleifstein
Schnitzbänk
zum bequemen Festklemmen eines Stückes Holz, an dem gearbeitet werden soll.
Der Schreiner benutzt dagegen eine Hobelbank.
Schnitzmesser
zur Oberflächenbehandlung von Holz. Im Unterschied zum Hobel erlaubt das
Schnitzmesser auch das Ausarbeiten gekrümmter und hohler Formen.
Dollbohrer
einfachstes Bohrermodell, für Zapfenlöcher in Holz.
Drillbohrer
zum Vorbohren von Nagel- und Schraubenlöchern.
Gegen die Platte am
Hinterende der beiden folgenden Maschinen kann man mit Brust oder Stirn
Druck ausüben.
Bohrwinde:
Einfache, aber wirkungsvolle Bohrmaschine.
Handbohrmaschine
Ständerbohrmaschine aus einer Schlosserei. Mit dem großen Rad bewegt man
den Bohrer, mit dem kleinen bedient man den Vorschub.
Hölzerne
Schraubzwinge:
Heute benutzt der Schreiner eiserne Zwingen, um Holzstücke zu fixieren oder
festzuhalten.
Zimmermannsbeil
(Stiel fehlt) zum Aushacken viereckiger Zapfenlöcher, die mit dem Stemmeisen
nachgearbeitet wurden.
Vierkantholzhammer
mit eingebrannten Initialen AP. Zum Einschlagen von Stemmeisen.
Hobel
dienen zur Oberflächenbearbeitung von Holz (vor allem von Brettern).
Ein Doppelhobel
hat ein doppeltes Eisen.
Schrupphobel
mit runden Schneiden, zum Wegnehmen von Unebenheiten.
Schlichthobel
mit gerader Schneide, zur endgültigen Formgebung.
Raubank
zum exakten Bearbeiten ebener Oberflächen.
Zahnhobel
mit gezahntem Eisen zum Aufrauen vor dem Furnieren.
Schiffshobel
mit gebogener Sohle zum Ausarbeiten von Höhlungen.
Profilhobel
zum Herstellen von Profilleisten.
Grundhobel
zum Herstellen von Vertiefungen in Flächen.
Kehlhobel
zum Herstellen von Kehlen an Holzleisten.
Lochbeitel
zum Herstellen von Langlöchern, Zapfenlöchern.
Fitschbandeisen
zum Anbringen von Fitschbändern (Scharnieren) an Türen und Fenstern.
Spannsäge:
Das Sägeblatt wird durch eine gedrehte Schnur gespannt. Mit breitem
Sägeblatt für gerade Schnitte bei Brettern. Durch das drehbare Sägeblatt
sind auch Längsschnitte möglich; das Sägegestell wird dabei seitlich am Holz
vorbeigeführt.
Schweif-Spannsäge
mit schmalem Sägeblatt für Kurvenschnitte.
Feilkloben
zum Einspannen der Säge, wenn diese geschärft werden soll.
Dreikantfeile
zum Schärfen der Sägezähne.
Lötkolben wurde im
Feuer erhitzt; im Haushalt vor allem zum Flicken undichter Gefäße verwendet.
Schlosserwerkzeug
handgeschmiedete
Durchschläge, Körner und Nietendöpper mit Nietmuster
Schraubenziehersatz, Zirkel, Holzhandbohrer
Maulschlüssel
und Steckschlüssel
Schieblehre
Windeisen
mit Gewindebohrer, Bohrer und Kegel-Handreibahle
Locheisen:
Unterlage, um in Blech Löcher durchzuschlagen.
Hämmer
Zangen
Rohrzangen
um 1920
Kneifzangen
aus Beständen der Reichswehr
Wellenwasserwaage:
Spezialwasserwaage zum Verlegen von Rohren.
Beschädigte Schuhe
warf man nicht fort oder ließ sie reparieren, sondern reparierte sie selbst.
Eisenleisten
(Fußmodelle) als Amboss zum Festnageln der Sohlen mit Holznägeln,
Eisenstiften oder Nägeln mit breiten Köpfen, die die Sohlen schützten. Diese
Leisten wurden auf einen nicht mehr erhaltenen Ständer gesteckt.
Dreifuß
mit verschiedenen Eisenleisten. Gängigstes Modell.
Kreuzförmiger
Schusteramboss (Name unbekannt): Die Querstange wird auf die
Oberschenkel gelegt, die Längsstange zwischen den Knien festgeklemmt.
Schusterhammer:
Die breite, runde Bahn dient zum Klopfen des Leders, die schmale zum Nageln.
Stiefelknecht
(Schuhknecht): Man klemmt den Absatz des einen Stiefels in die Kerbe,
tritt mit dem anderen auf das Brettchen und zieht.
Butterwaage:
Das Gewicht der Butter wurde durch Verschieben des Stangengewichts bestimmt.
Dezimalwaage
zum Wiegen von Säcken und ähnlich schweren Gegenständen. Da der eine
Waagbalken zehnmal so lang ist wie der andere, braucht man nur ein Zehntel
des tatsächlichen Gewichts, für 1 Zentner (50 kg) also nur 5 kg.
Tafelwaage:
Diese wurde in einem großen Obstgarten zum Abwiegen von Obst benutzt.
Haushaltswaage
mit Schiebegewicht. Wie schwer die Ware ist, lässt sich an der Skala
ablesen. Umrüstbar als Babywaage.
Gewichte:
Die Gewichtsteine wurden aus Eisen oder Messing gegossen und entsprachen nur
ungefähr der Norm. Durch Zufügen von Blei in einem eigens vorgesehenen Loch
wurden sie geeicht und erhielten damit das vorgeschriebene Gewicht.
Baumkratze
(dreieckig) zum Säubern von Baumstämmen, um Fäulnis und Baumkrebs zu
verhindern.
Bucheckernsieb:
Bucheckern (Bucheln), die Früchte der Buche, wurden für die Ölgewinnung
gesammelt und mussten von den Schalenresten und anderem Unrat befreit
werden.
Holzbrenneisen
mit der Initiale AP zum Kennzeichnen von Eigentum. Die Initialen sind auf
dem Vierkantholzhammer zu sehen.
Hufraspel,
ein Werkzeug des Hufschmieds zum Anpassen des hornigen Pferdehufs ans Eisen.
Hufmesser:
Der Pferdehuf ist auf der Unterseite hohl und unregelmäßig geformt. Mit dem
Messer kann man die Innenseite säubern und beschneiden.
Hufeisen:
Das Wildpferd läuft auf weichem Boden, das zahme Pferd dagegen vor allem auf
harten Straßen. Dadurch werden die Hufe stärker beansprucht. Man schützt sie
durch Hufeisen.
Knochenpresse
zum Zerkleinern von Knochen, die an Hühner verfüttert werden sollen. Hühner
haben wegen der Eier einen hohen Kalkbedarf.
Kringen
(Kringel, Wisch) sind gepolsterte Ringe, die man auf den Kopf legte, wenn
man Kopflasten trug. Kopflasten sind anatomisch sinnvoller als Schulter-
oder Armlasten, weil sie senkrecht auf der Wirbelsäule ruhen und nicht so
leicht zu Haltungsschäden führen.
Nussdarre
auf der man Nüsse trocknete.
Patsche
zum Kennzeichnen. Mit diesem Gerät (Name unbekannt) wurde Schlachtvieh
gekennzeichnet. Das Tier erhielt damit vor seinem Abtransport einen Schlag
aufs Hinterteil. Nach dem Schlachten waren die Initialen des Besitzers zu
erkennen.
Seilrolle zum Hochziehen von Lasten.
Steingabel
diente im Steinbruch auf dem Rossberg zum Aufnehmen von Schotter.
Tragjoch: Das Joch wurde über die Schultern gelegt, daran auf
beide Seiten eine Last (z.B. Eimer) gehängt. Damit war das Gewicht
ergonomisch auf Schultern und Rücken verlagert und die Hände und Arme
entlastet.
Transmissionsrad, Holz übertrug die Kraft eines Motors durch einen
Riemen auf eine stationäre Maschine. |