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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Sägemehlofen |
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Der Sägemehlofen war ein runder
Behälter aus Blech mit angeschlossenem Ofenrohr und einem Deckel drauf.
Im Boden war ein rundes Loch; darunter eine Schublade aus Blech, von der
man aus den Ofen anzünden konnte. In diesen Ofen kam ein Blechkübel, der
genau reinpasste. Auch er hatte unten ein kreisförmiges Loch. Dieser
"Füller" musste vorher in etwa 20-minütiger Arbeit mit Sägespänen
gefüllt werden. Das geschah in einem eigenen Silo, das wir an unser
Ställchen angebaut hatten. Dort steckte ich ein langes Rundholz, den
"Stöppel", in das Bodenloch, schippte Sägemehl in den Füller und
stampfte dieses immer wieder mit einem hölzernen "Stempel" fest. Je
fester man das Füllgut zusammenpresste, um so besser brannte es. War es
zu locker, konnte es geschehen, dass es zu einer Verpuffung kam und der
Deckel des Herdes in die Luft flog. Das ist uns aber nur am Anfang ein-
oder zweimal passiert. Wenn der Füller voll war, zog man den Stöppel
wieder raus. Es blieb ein Entlüftungskamin, von dem aus das Brenngut
nach und nach verbrannte. Wenn man gut gearbeitet hatte, brannte eine Füllung 12 bis 15 Stunden. Mit zugesetztem Kohlenstaub haben wir’s auch mal auf 24 Stunden geschafft. Der Ofen lief innerhalb von ein paar Stunden warm, entwickelte dann Temperaturen bis zu 30 Grad und kühlte dann nach und nach wieder ab. Neu beschicken konnte man ihn erst, wenn er ausgekühlt war. Wir waren also ständigen Wechselbädern von Heiß und Kalt ausgesetzt. Dieser Ofen stand im kleinen Zimmer, aber entwickelte so viel Wärme, dass die Küche und das große Zimmer mit geheizt wurden. In der Küche stand zusätzlich noch der eiserne Kohlenherd. Das Brennmaterial besorgten wir uns im Herbst für 200 DM in einem Pfungstädter Sägewerk. Wir holten es dort mit dem Ackerwagen ab und luden es von oben ins Silo. Drinnen musste es mit den Füßen fest getreten werden, damit viel reinpasste. |
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Datum: 2010 Aktuell: 29.12.2010 |
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