Quellen: Allmende

  • Brunner, Heinrich: Deutsche Rechtsgeschichte (1887) 1,61f

    • Erst als das Bedürfnis intensiveren Ackerbaues den Zeitraum der Sondernutzung verlängerte, konnte die wechselnde Hufenordnung in eine feste übergehen und im Anschluß daran ein Sondereigentum am Ackerlande erwachsen. Lange über diese Veränderung hinaus erhielt sich die gemeinschaftliche Nutzung der später sogenannten Almende oder gemeinen Mark, communitas, commarchia. Sie umfaßte alles Land, welches nicht zu Sondereigentum oder zur Sondernutzung ausgeschieden worden ist. Es war das der größere Teil der Bodenfläche, Wald und Weideland, Moor und öde Gründe, Flüsse, Bäche und Seen, soweit eine Okkupation daran stattgefunden hatte. Das berechtigte Subjekt der Almende ist die Markgenossenschaft, noch in jüngerer Zeit nicht selten ein größerer Verband als die Dorfschaft. Die Nutzungsrechte der Markgenossen waren ungemessene. Jeder hatte das Recht, Vieh auf die Weide, Schweine auf die Mast zu treiben, Bau- und Brennholz zu fällen, zu jagen und zu fischen, ja sogar die Befugnis der Rodung und Landnahme. Der Boden, den der Einzelne durch Urbarmachung dem Walde abgewann und „einfing“ (bifanc), war sein Sondereigentum und wurde etwa mit einem Vorwerk besetzt, das ein Knecht oder ein Höriger des Eigentümers bewirtschaftete.

  • Stein, August Friedrich: Viga-Glums saga (1786) 184

    • isl. afrett... 'gemeinsame Weide'..., wenn zwei oder mehrere sie besitzen, dagegen almenníngr 'Gemeineigentum'

zurück | Diskussion

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Email:

Aktuell: 08.10.2019