Diskussion Enterich

Befund | Theorien | Diskussion | Erklärung

Befund

  • ahd. anutrehho 'Enterich' 16

    • mhd. antrach, antreche, entrich 'Enterich'

      • schwäb. Antrech 'Enterich' 35 

 

Theorien

  • Adelung (1793-1801)

    • Der Äˊnterich, des -es, plur. die -e, das Männchen unter den Änten, welches auch der Antrich, Anter und Antvogel genannt wird, obgleich der letztere Nahme an andern Orten von dem ganzen Geschlechte der Änten überhaupt gebraucht wird.

    • Anm. Die letzte Sylbe rich ist wohl nicht die bloße Alemannische unbedeutende Verlängerung für Anter, wie Frisch behauptet, sondern das zusammen gezogene alte Drake, ein Mann, von welchem das Anfangs-D von dem vorher gehenden t verschlungen worden. Es erhellet dieses daraus, weil der Änterich nicht nur im Schwed. Andrake, sondern im Hannöverischen auch nur schlechthin Drake, und im Engl. Drake, d. i. der Mann, genannt wird.

    • Übrigens heißt er in Pommern und andern Niedersächsischen Gegenden der Erpel, welches mit dem Latein. Verpa überein zu kommen scheinet;

      • verpa 'das männlich Glied' 973

    • im Osnabrückischen Wyk, in Preußen und um Bremen Warte, ohne Zweifel von dem alten War, Ur, Goth. Wair, Angels. Wer, Latein. Vir, ein Mann, ...; im Meklenburgischen Wetick; im Lateine der mittlern Zeiten Anetarius, welches mit dem Deutschen Anter überein stimmet, und im Schwedischen auch Anckebonde, gleichsam der Äntenmann. x

  • Pfeifer (1995 / 2005)

    • Enterich m. ‘männliche Ente’ (neben Erpel, s. d.), ahd. anutrehho (11. Jh.), mhd. antreche, antrach, entrech, antreich, entreich, nhd. (schwäb.) Antrech, mnd. āntreke, āntdrāke. Das zweite Kompositionsglied, verwandt mit nd. Drāke, engl. drake ‘Enterich’ (Herkunft ungeklärt), hat sich in seiner Entwicklung den Eigennamen auf -rich angeglichen.

      • mnd. āntreke, āntdrāke bei lübben nicht nachweisbar, auch nicht ndl. bei GTB.

  • Kluge 2002

    • Enterich (11. Jh.), mhd. antreche, ahd. anutrehho. Mit Rücksicht auf me. drake, ndd. drāke, hd. (dial.) drache (thür.), (t)rech (schwz.) als *anut-trehho aufzufassen. Lautlich und morphologisch ist das Wort neuhochdeutsch an die Männernamen auf -rich angelehnt worden, und das vermeintliche Suffix -erich ist beschränkt produktiv geworden (Gänserich, zunächst scherzhaft Mäuserich usw.; -(e)rich). Die Herkunft des Wortes ist nicht ausreichend geklärt.

      • (t)rech (schwz.) nicht nachweisbar

  • OED 04.11.2016

    • drake (n.1) male duck," c. 1300, unrecorded in Old English but may have existed then, from West Germanic *drako (source also of Low German drake, second element of Old High German anutrehho, dialectal German Drache).

Diskussion

  • "Entendrache"

    • wäre ahd. "anut-(t)rahho.

    • -trehho ist kein i-Umlaut, sondern a-Umlaut von germ. *-trika(n)

    • Hannover, engl. drake ist falsch abgetrennt und auf Drache umgedeutet

Erklärung

  • TH 04.11.2016

    • vgerm. *anət-ros 'männlich Ente' > Anter

      • > Zugehörigkeitsbildung *anətrikos 'zur männlichen Ente gehörig' > Antrich

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Heinrich Tischner

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Aktuell: 28.08.2021