Bemerkungen

Befund | Theorien | Diskussion | Erklärung

  • heth. appāla- 'Falle, Hinterhalt'

  • armen. փլանիմ pʰlanim 'stürze ein'

    • mit präsentischem -an-, vgl. անկանիմ ankanim 'falle', ընթանամ ëntʰanam 'laufe'

  • griech. σφάλλειν spʰállein / 

    • Bedeutungen nach dem Sprachgebrauch ähnlich bei JaSei 1558. Die Etymologen dagegen geben an 'werfe, schleudere, stoße, stelle ein Bein... (Hofmann 345, Pokorny 985), um die Zugehörigkeit zu *(s)p(h)el- 'spalten' glaubhaft zu machen.

      Laut:

      • s-

        • < [ç]

        • oder wie im Sem. kausativ?

      • pʰ erklärt sich als Nachklang des geschwundenen *ẖe.

      • -ll- im Präs. neben einfachem -l- im Aorist und Perf., analog zu Formen + präsentischem n (bállō > ébalon 'werfe' < gelnṓ, Pokorny 472)

  • lat. fallere / fefelli / falsus

    • seltene Fälle von lat. f < pʰ

    • :: pellere / pepepuli / pulsus < *pell- / *pl̥-: Konsonantenvereinfachung in der Schwundstufe, sagt nichts über die Herkunft von -ll- aus.

    • Da auch germ. fallan reduplizierte, gehören fallere und fallan ganz klar zusammen.

  • germ. *fallan / *fefall > *fefall > ahd. fallan / fial (nach KraheG 2,104 f)

    • Vereinfachung des Doppelkonsonanten nach langem Vokal (BEAhdG 93)

  • Fazit:

    • -ll- geht in  allen Fällen auf -ln- bzw. -lan- (wie im Armen.) zurück.

    • Das hat nichts damit zu tun, dass im Germ. das Suffix n Zeichen des intr. Verbs ist (got. lais 'ich weiß' > laisjan 'lehren' / lernen).

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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

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Aktuell: 28.08.2021