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Überlieferung
zwei Ableitungen
meine Alternativ:
von Pfand |
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Eine alte
Münzbezeichnung mit zwei Varianten:
ahd. phantinc, pfantinc, pfentinc, phending,
fending, phendic, pending, pendig
aengl. pending
-
ahd. phenning, fenning, asächs. penning
aengl.
penning, penig, peneg
afries. panning. penning, pannig, pennig
anord. penningr (wohl aus dem Westgermanischen)
norw. penger (Plural) 'Geld'
Lehnwörter: mlat. penningus, finn. penni, lit.
pini(n)gas, russ. пеняз (pěn´az).
- von Pfanne: ein
'pfannenförmiges' Stück Metall, entweder rund oder gewölbt. Die alten Münzen waren nicht immer plan,
sondern manchmal gewölbt. Dagegen sprechen aber die alten Formen wie
phantinc.
- von lat. pondus 'Gewicht,
von dem auch unser Pfund abgeleitet ist. Die Germanen
müssten das Wort kennen gelernt haben, als sie noch kein kurzes /o/
kannten und dafür ersatzweise /a/ sagten. Dafür kenne ich aber kein
überzeugendes Beispiel.
Wie Pfund zeigt, wurde lateinisches kurzes /o/ oft
mit /u/ wiedergegeben.
Außerdem wurden einzelne Münzen normalerweise nicht gewogen, wenn man
sie nicht gerade prüfen wollte, ob sie das vorgeschriebene Gewicht
hatten. Die Waage brauchte man für größere Beträge wie das Pfund (ca.
500 g Pfennige).
-
von Pfand, wie die alten Schreibung phantinc,
pfantinc nahe legt. Sowohl beim Pfand als beim Pfennig
handelt es sich um materielle Werte.
Pfand selbst scheint kein
germanisches Wort zu sein, denn
a) gab es dafür got. wadi, ahd. wetti, mlat. wadius,
b) scheint es kaum ein original germanisches Wort zu geben, das mit
p(f)- anfängt.
Vielleicht ist Pfand eine Nasalerweiterung zu einem Wort für
'fassen', das Verwandte nur im Litauischen hat. Außer fassen vgl.
etwa asächs. fat 'Gefäß' mit lit. púodas 'Topf', dazu
deutsch Pfad, Pfote, die entweder Lehnwörter aus
unbekannter Sprache oder besser
abklingend zu Fuß, Fass sind.
Pfand wäre also 'das Gefasste, Abgenommene'.
Zur Nasalerweiterung vgl. stapfen / stampfen, lat.
braccium 'Arm' und Pranke, lat. fundus
= Boden.
Entstanden sein könnten Pfand und Pfennig in spätrömischer
Zeit, als die Westgermanen als römische Föderaten sich hauptsächlich
durch Raubzüge ernährten. Wenn pand ursprünglich die geraubte Beute
als ganze bezeichnete, zu der auch Gefangene gehörten, dann war
*panding das einzelne Beutestück, z.B. die einzelne Münze.
Das würde auch das Nebeneinander von pand und
wadi erklären: Als im Merowingerreich wieder einigermaßen geordnete
Verhältnisse herrschten, bekam Pfand eine rechtliche Bedeutung, die
sich teilweise mit wadi, wetti überschneidet: Pfand
bezeichnete mehr die dingliche Sicherung (Wertgegenstand, Geisel),
Wette mehr das dadurch zustande gekommene Vertragsverhältnis. Die
heutige Bedeutung 'Vereinbarung im Rahmen eines Spiels' ist gegenüber der
ursprünglichen sehr eingeengt.
Der phantinc, Pfennig wäre also ursprünglich
ein Beutestück, später eine erbeutete Münze gewesen und hätte im fränkischen
Reich dann eine bestimmte Art von Münze, den denarius bezeichnet. |
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