Diskussion Basalt

Befund | Theorien | Diskussion | Erklärung

Befund

  • griech. 267

    • βασάνος basános 'Probierstein'

      • βασανίζειν basanízein 'am Probierstein reiben, erproben, erforschen, verhören; foltern, quälen'

Theorien

  • Adelung (1793-1801) 1,742

    • Basaltes, bey dem Plinius.

    • Er soll den Nahmen von dem Äthiopischen Worte Basal, Eisen, haben, weil er sehr eisenschüssig ist, und in Äthiopien häufig gefunden wird.

    • Diese Ableitung ist wenigstens wahrscheinlicher als Herrn Henkels seine, der ihn von dem Griech. βασανιζω [basanízō], herleitet, weil er gemeiniglich zu Probiersteinen gebraucht wird.

      Indessen nennet Isidor B. 16. Orig. Kap. ihn wirklich Basanites, erkläret ihn aber, durch genus marmoris ferrei coloris siue duritia, unde et nomen ei datum est. Invenitur in Aegypto et Aethiopia.

      • = Art Marmor von Eisenfarbe bzw. -härte, von dem auch der Name stammt. Er findet sich in Ägypten und Äthiopien.

      • Basal / basan 'Eisen' ist nicht zu  verifizieren.

  • Pfeifer (1995 / 2005) 102

    • ... Es ist nicht auszuschließen, daß das im Ostjordangebiet gelegene Gebirge Basan dem Gestein den Namen gegeben hat.

  • Kluge 2002

    • Basalt "Ergußgestein" ... (18. Jh.).

    • Entlehnt aus l. basaltēs, einer Verschreibung von l. basanitēs "Probierstein, sehr harter Stein, (wahrscheinlich: Basalt)", aus gr. basanítēs líthos, aus älterem gr. básanos, das möglicherweise ägyptischen Ursprungs ist.

    • Nach Kammerzell: bsn.t.j "Gestein, aus dem der Grabstichel besteht".

      • Hanig (1997) 261

        • bsn 'Gips'

        • bsnt f. [näg., syll] 'Grabstichel'

          • d. h. Fremdwort, eher Metall als Stein

          • = nägypt. Aussprache des sem. Wortes für Eisen (hbr. barzäl), also *barsin- m. (Metall), *barsinit- f. (Werkzeug) - mit verstummtem r und Lautersatz für l.

        • Das macht die irreführende Erklärung von Plinius verständlich, dass basanites 'Eisen' bedeutet.

Diskussion

  • ursprünglich:

    • 'Gesteinsart'

      • äg. bḫn 'Grauwacke; Burg' 259, 'der zu Statuen etc. benutzte feinkörnige Schiefergneiss' 1,114f
        Man wird diese Gesteinsart kaum mit modernen Fachausdrücken beschreiben können.

        • nägypt. wäre *bšn > Basalt

    • 'Probierstein'

      • ahbr. 1,114f

        • בחן báḥôn 'prüfen (auch Edelmetalle durch Schmelzen), auf die Probe stellen'

        • בחר báḥôr 'prüfen, auswählen, erwählen'

      Klärung:

      • Äg. bḫn 'ein Stein' hätte > Basalt und 'Probierstein' werden können

      • Hbr. báḥôn, báḥôr 'prüfen'

        • konnte > 'Probierstein' werden,

        • aber nicht > 'Basalt'

        • -n und -r können < ägypt. *-l zurückgehen 53

        • Die hbr. Verben sind mit  Feuer assoziiert

          • Sach 13,9: báḥôn 'prüfen' // "durchs Feuer gehen lassen" // צרף ṣárôp 'durch Schmelzen reinigen'

          • Spr 10,20 "(im Feuer) geprüftes (nu-bḥár) Silber ist die Zunge des Gerechten".

          Das Bild der Feuerprobe ist durchgängig in der ganzen Bibel ("Die Männer im Feuerofen" Dan 3; "Es wird im Feuer offenbar werden", was jeder geleistet hat, 1 Kor 3,11-15)

          Bei der Läuterung wurde das Edelmetall aus den  Beimengungen herausgeschmolzen. Mit dem Probierstein reibt man ein bisschen vom Metall ab, um es zu untersuchen.

        • אבן בחן äbän boḥan

          • ist nicht der im Feuer "geprüfte" Stein (da würde man eine Passivkonstruktion erwarten, etwa baḥun / buḥan),

          • sondern der bḫn-Stein als Teil eines Fundaments (Jes 28,16): Import aus Ägypten, daher kostbar.

        Die hbr. Wörter kommen nicht in Frage, da ḥ nicht = s ist.

      Fundort:

      • Pfeifer: Gebirge Basan

        • = die steinigen Golanhöhen, ein basaltisches Hochplateau.

        • wäre von daher möglich

        • Dagegen:

          • die griech. Bedeutung 'Probierstein'

          • Hbr. בשן Bášán = griech. Βασανῖτις Basanîtis, Βαταναῖα Batanâia 1,158 < sem. *Baṯanu

        kaum wahrscheinlich

  • heth.

    • pašiḫāi- 'einreiben, zerreiben'

    • paššila- 'Kieselstein'

    • < japhet. *bʰës- 'abreiben zerreiben, ausstreuen'

Erklärung

  • wie heth. *Reibestein*, zunächst für Getreide

zurück | Quellen

 

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Email:

Aktuell: 10.02.2019