Quellen: superstitio

  • Augustinus, De Civitate Dei 6,9,2

    • lateinisch
      sic Bacchanalia summa celebrabantur insania; ubi Varro ipse confitetur a Bacchantibus talia fieri non potuisse nisi mente commota. haec tamen postea displicuerunt senatui saniori, et ea iussit auferri. saltem hic tandem forsitan senserunt quid inmundi spiritus, dum pro dis habentur, in hominum mentibus possint. haec certe non fierent in theatris; ludunt quippe ibi, non furiunt; quamuis deos habere, qui etiam ludis talibus delectentur, simile sit furoris.
      quale autem illud est, quod, cum religiosum a superstitioso ea distinctione discernat, ut a superstitioso dicat timeri deos, a religioso autem tantum uereri ut parentes, non ut hostes timeri, atque omnes ita bonos dicat, ut facilius sit eos nocentibus parcere quam laedere quemquam innocentem...

    • deutsch
      So wurden die Bacchanalien in höchster Raserei gefeiert; Varro selbst gesteht, daß dabei von den Bachantinnen Dinge verübt würden, die nur in der Tollheit möglich seien. Doch mißfiel solches Gebaren später dem vernünftigeren Senate und er schaffte es ab1 . Vielleicht haben sie daran wenigstens endlich gemerkt, was unreine Geister, wenn sie für Götter gehalten werden, am Geiste des Menschen für ein Unheil anrichten können. In den Theatern jedoch wäre so etwas jedenfalls nicht vorgekommen; dort spielt man, aber man rast nicht; freilich grenzt es schon an Raserei, für Götter zu halten die, die sich auch nur an solchen Spielen ergötzen.
      Sodann, welcher Widerspruch! Varro gibt den Unterschied zwischen dem Frommen und dem Abergläubischen dahin an, daß der Abergläubische die Götter fürchte, der Fromme aber gegen sie nur Ehrfurcht hege wie gegen die Eltern, nicht sie wie Feinde fürchte, und er behauptet, sie seien alle so gut, daß sie leichter die Schuldigen ungestraft ließen als irgend einem Unschuldigen Schaden täten...

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Heinrich Tischner

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Aktuell: 10.02.2019