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ohne Simplex

 

19" ʜ

  1. 19" H Besonders Kluge "hören die Flöhe husten", mit Dummen "kann man eine Wand einrennen", Geizige "fressen ihren eigenen Dreck", Schwätzer heißen "Frauchensliese", Verschlossene sind "Stoppelkälber", sie haben auch keine "Manieren", langsame Männer nennt man "Drehpeter", Frauen dieser Art "Donzelle". Denen geht die Arbeit "nicht von der Schippe", diesen "Dreigedrehten", "das ist aber ein lahmes Geschirr"

  2. 19" ʜ äbsch

  3. 19" ʜ Verschwunden ist auch "allegebot", d. h. alle Augenblicke, oft, häufig". So hieß es einst "Allegebot kimmt die gelaafe", "Allegebott leit der off de Noas un ma muß de Dokter holle". Es soll aus "Alle Gebote des Landesherrn" entstanden sein. PfZ 06./07.1975

  4. 19" ʜ "frestele" = frösteln, leicht frieren. Man sagt auch "es laaft mer so koalt iwwer de Ricke" oder "ich häbb e Geensehaut."

  5. 19" ʜ Und der Zockerboam" ist zum Christbaum, das "Zockergebackene" zum Gebäck geworden, das man nicht mehr "zuggelt", sondern lutscht.

  6. 19" ʜ "E Brenk" ist ein größerer Bottich aus Zinkblech; heute ist auch die Bitt" und "der Zower", der Zuber, die aus Holz waren, verschwunden.

  7. 19" ʜ "E Berscht" ist heute noch eine Bürste; die Pfungstädter benannten auch das Haar so und "e Werraberscht" war widerspenstiges Haar, das trotz Kämmens und Wassers nicht gut zum Scheidel gelegt werden konnte. Die Vorsilbe "wärra" hat nichts mit Wetter zu tun, sondern bedeutet hier "wider", wie bei "wärfs wärra die Woand".

  8. 19" ʜ "ehr sollt aa schee bedankt soi" für "danke schee", "koa Ursach" oder "es ess gärn geschähe" oder "es weer de Wärt" für "bitte"

  9. 19" ʜ Weiß unsere Jugend noch was "Stoaeel" ist, Steinöl? Heute ist es zu Petroleum geworden. Als vor 60 Jahren. noch die "Stoaeeleloampe" brannten, da mußte es im "Kännche" schoppenweise im "Spezereiloare" geholt werden, der damals vom lieblichen Gemenge der Düfte des Heringsfasses, des Petroleums, der Gewürze durchzogen war, und auf der Theke stand noch der "irdene Dibbe" mit "Breemcher", dem Primtabak, der noch viel gekaut wurde.

  10. 19" ʜ "Schäpp wie de Mälcher Wäg". Der frühere Weg nach Malchen, der von der Modaubrücke am früheren Gasthaus Lautenschläger (später Trübendörfer) zum Bahnhäuschen zog, war voller Krümmungen und diente als Vergleich für die Ungradheit einer Ackerfurche, eines Weges im Garten. Ein anderer Vergleich war "schäpp wie en Wiejelaaf", also der Lauf einer Wiege.

    19" ʜ "De Klingelbeitel" wurde sonntags im Gottesdienst an einer langen Stange befestigt vom "Glöckner", heute heißt er Kirchendiener, herumgereicht. Das kleine Glöckchen sollte den Andächtigen auf eine kleine Gabe aufmerksam machen. Die Spenden im Klingelbeutel waren meistens "Roore", d. h. Kupferstücke; am Ausgang, bei der Kollekte, lag die Gabe höher.

  11. 19" ʜ "E Kuh rinnert" sagt der Bauer, wenn ein, Stück Rindvieh brünstig ist. Ist es ein Mutterschwein, so ist es rollig, die Stute rossig, Hund und Katze sind läufig.

  12. 19" ʜ "ausglegge" ist ganz aus der Mundart verschwunden. Als das Getreide noch mit dem Reff gemäht wurde (Sense, die mit einem mit Leinen besetzten Bogen das Getreide an die stehenden Halme anlehnte), wurde die gemähte Frucht mit einer Sichel aufgenommen und auf die Erde zur endgültigen Trocknung ausgelegt, "ausgegleggt". Dies war Frauenarbeit und Aufgabe der "Ausgleggern", die stolz darauf war, daß die "Gelegge" gleichmäßig auf dem Acker lagen. Oft wurden diese Gelegge mit einer Stange nochmals gewendet.

  13. 19" ʜ Flatsche war einst ein großes Stück. "En Flatsche Flaasch", "en Flatsche Kuche" war keinem zu groß, es wurde vertilgt. Einen Flatschen Wurst gab es nicht, ein Flatschen ist ja ein flaches Stück, ein Wurststück ist rund, aber "en Steppel", beim Saimoaje konnte es schon "en Flatsche" sein. Beim Brot gab es auch keinen Flatschen, da gab es einen "Ranke", der aber nicht dünn geschnitten sein durfte. Der Ranke war groß und dick.

  14. 19" ʜ dibsche heißt begütigen, Frieden stiften. Es kam aber schon vor, daß einer, der dibsche wollte, schön ins "Fettdibsche" getreten hat und aus seiner Dibscherei der schönste Streit erst entstanden ist.

  15. 19" ʜ Alte Pfungstädter sind noch, stolz darauf, daß sie in der Schule "es öwwerscht gesotze honn", sie waren "de öwwerscht", der Oberste, der Beste der Klasse. Damals gib es noch keine Zeugnisse, sondern die Sitzordnung kennzeichnete die Leistung des Schülers. Doch konnte es geschehen, daß eine dumme Antwort einen oberen Platz kostete, den man sich wieder durch gute Leistung erobern mußte.

  16. 19" ʜ  "Hatte jemand einen starken Schnupfen "so laaft die Noas wie Gudlicht"

  17. 19" ʜ "vergoß jemand heftig Tränen, so sagte man "sie greunt Rotz wie Gudlicht" 

  18. 19" ʜ "E Dorfbläätche" war eine Klatschbase, die alle Dorfneuigkeiten kolportierte. Sie hat "gedräätscht" = getratscht. PfA 29.07.1967

  19. 19" ʜ "Ich soin doch net vun Dummbach" will sagen, daß man nicht dumm ist, man benutzt aber diese Ausdrucksweise, um sich bildhafter, anschaulicher auszudrücken. Diese Form ist hier stark gebräuchlich wie in "sich aus de Est mache", sich en Stäcke debei stecke", "do beißt koa Maus en Foarem oab", "do bleibt mee oan de Hecke henke", "mach de Schimmel net schei", "der macht en Esel will", "der dut koam doore Hinkel woas", "do hoste aa näwers Nest geleggt", "der geht erim wie e scheißend Hinkel", "der waaß aa net, wo er soi Eik heleje soll"," schnauft wie e fett Goans" "stellt sich kihboanig oo" All diese nur noch bei älteren Pfungstädtern üblichen Ausdrucksformen kommen aus der bäuerlichen Welt. Die heutige Jugend nimmt sie aus der technischen, wie "er hott e loang Leitung", "e Schraub los".

  20. 19" ʜ In Vergessenheit gerät auch "de Johann mache" oder "de Hoambl mache", "do will ich Hoannes haaße", "do koann ma net de Rick verwenne", "däß ess net noagelsgroß" (eine Kleinigkeit).

  21. 19" ʜ Auf dem Heimweg wurde oft Unfug verübt. "Die Bollezeidiener", de Liebig, Goandebär, Rau, hatten dann manchen zur "Räsoo" (Achtung) zu bringen, sie standen schon am Schulgäßchen und Hillegäßchen "baraat". Sie waren sehr gefürchtet, sie "häwwe net loang Ferraläsjes gemoacht." Auch die "Noachtschutzleit" ließen nicht mit sich spaßen, wenn "off der Schossee" (Eberstädter Straße) "Späckdoagel woar." Sie haben sich nicht gefürchtet einmal "bloank zu zieje", ein Schlag mit der flachen Klinge wirkte Wunder.

  22. 19" ʜ "Repp" war Tanzmusik, die einmal außer der sonst üblichen Tanzveranstaltungen, hier "Musik" genannt, gehalten wurden. Auf der "Repp" ging es oft ungeordnet zu, Schlägereien waren an der Tagesordnung.

  23. 19" ʜ Die schwätzt dir schön ins Gesicht und hat die Faust in der Tasche.

  24. 19" ʜ

  25. 19" ʜ "Aus dem Häuschen sein" war das Bild für einen Menschen, der zornig, "in der Rage" war, der "außer sich war", "der sich nicht gekannt hat"

  26. 19" ʜ

  27. 19" ʜ "Es Ballement fiehrn" hieß soviel wie den Anführer spielen, auch den vorlauten Wortführer machen.

  28. 19" ʜ "Lummer", Lummerig", Lummerche" heißt soviel wie schlaff. Hatte ein Kleinkind ein schlaffes~ etwas bleiches Gesicht, so sah es "lummerche" aus.

  29. 19" ʜ Ganz verschwunden ist das Wort Oabtritt verfeinert Abee. Heute spricht man nur noch vom Clo.

  30. 19" ʜ äbsch Zeig werd gebabbelt

  31. 19" ʜ oab mit Schoare ab mit Schaden, oab unn en Walzer ab und ein(en) Walzer

  32. 19" ʜ Wie bildhaft waren: "e Storrerkaste", "e Schuldelbuckel", "e Nackoarsch", e Prozeßkapp", "e Imstoandskremer", "e Linksdodsch", "e Hickelboasche"

  33. 19" ʜ Der redd wie en Advokat / kann babbele wie en Advokat Er redet / kann babbeln (schwätzen) wie ein Advokat.

  34. 19" ʜ Die Brenk, die Brenke, nannte man eine große, ovale Wasserschüssel

  35. 19" ʜ Die Bollezeidiener ... hatten dann manchen zur Räsoo (Achtung) zu bringen, sie standen schon ... baraat

  36. 19" ʜ der laaft erim wie en Bällmann kennzeichnete einen Menschen mit zerschlissener, schmutziger Kleidung.

  37. 19" ʜ Barawe ist ein Gewürzkräutlein für Salat. Ein richtiger Salat gehört mit Saloatgrienes, das sind Barawe (Borretsch), Bimbernell (Pimpernelle), Estrachon (Estragon) und Zwewwelschlotte (Zwiebelschlotten) angemacht, um ihm die richtige Würze zu geben.

  38. 19" ʜ Enn Buzze ist ein vielseitiges Wort. Da gibt es einen Eppelbuzze oder Beernbuzze, also der Grieps des Apfels oder einer Birne. Ein kleiner Bub ist auch ein Buzze. Es können aber auch en Buzze Leit auf der Straße stehen, ja sogar en ganze Buzze. Der Grieps ist etwas Kleines, etwas Minderwertiges; hier ist der Buzze ein unbestimmter Zahlenbegriff, eine Anhäufung von Menschen oder Dingen.

  39. 19" ʜ Ausgeschebbte. Ausgeschebbte un Beernschnitze

  40. 19" ʜ Birnenschnitz mit Stampes

  41. 19" ʜ Kappes war Weißkraut. Schon in alten Pfungstädter Urkunden heißt es vom Kappesland auf der Breitwiese. Weißkraut wurde früher viel mehr angebaut, um für den Winter Sauerkraut im Keller zu haben. Wärsching, Kappes, Rotkraut und Keel (Krauskohl) stand in jedem Garten und im Frühjahr säte jede Frau ihren Samen, um genügend Blooes, junge Pflanzen zum Aussetzen zu haben. Blummekeel und Rosekeel wurden weniger gepflanzt. PfA 20.02.1966

  42. 19" ʜ die Noachtschutzleit ... haben sich nicht gefürchtet einmal bloank zu zieje, ein Schlag mit der flachen Klinge wirkte Wunder.

  43. 19" ʜ Zu einer Musikkapelle gehörte neben der Trumbeed, Trompete, die Gälerieb, die Klarinette, die Bläschdeckel, die Becken und als Krönung die Humbaaf, die Pauke. PfA 26.08.1967

  44. 19" ʜ Die Plugschlaaf ist zu einem unbekannten Gerät geworden. Auf sie wurde einst der Pflug gelegt, wenn man ohne Wagen zum Pflügen in das Feld fuhr. Die Schleife wurde später verboten. Man benutzte auch den Plugskarrn.

  45. 19" ʜ En Muffel ist ein Bissen, ein Mundvoll. Muffel heißt die Einzahl, Miffel die Mehrzahl. En Oarwel Holz ist ein Armvoll.

  46. 19" ʜ "Kump" und "Simmer" waren Hohlmaße, mit denen Getreide und Kartoffeln gemessen wurden. "E Eel" war das Längenmaß (60 cm) und "e Kloafter" (Klafter = 6,25 qm) ein Flächenmaß. "Der hot vielleicht e Simmer" war die bildliche übertragung für einen dicken Kopf.

  47. 19" ʜ "E Knerrnche" war am.Laib Brot (Anschnitt), man konnte auch eines am Kopf haben (Beule), war der Abschnitt am Brot kräftiger ausgefallen, so war es eben ein "Knorrn", so auch am Kopf, der dann zu einem "scheene Knorrn" wurde. Ein dickschädeliger Mensch wurde zu ein "Knorrnkopp'. Ein dickes Stück war en "Ranke" oder en "Keil", bei Kuchen hieß ein großes Stück "Flatsche".

  48. 19" ʜ Feng. Welcher Pfungstädter Bub hat noch nicht seine "Feng" bekommen. "Woart na, du krickst schun den Feng" konnte man auf der Straße und in den Höfen tagtäglich hören. Heute reden sie von Knüppel" oder "Schlee", Dinge, die das gleiche wie "Feng" bedeuten.

  49. 19" ʜ Der Städter kennt nur ein Gerät zum Hacken, der alte Pfungstädter unterschied aber e "Hagg", "e Häggelsche", en Krabbe", en "Koarscht" und "e Kratz". Und die Sense hatte "en Senseworf". die Hacke "en Steel" und das Beil "en Helm".

  50. 19" ʜ "Gebrozzelt" hatte es aber in der Küche, wenn das Essen kochte, brodelte, wenn es besonders gut roch, wurde auch "woas Gures gebrozzelt"

  51. 19" ʜ Hat also früher "en Borsch soi Mädche so richtig oabgedrickt" (ein Bursche sein Mädchen so richtig abgedrückt), so liebkoste er es.

  52. 19" ʜ Hatte jemand einen "Schwärn" oder "en Wägschisser" (Gerstenkorn) am Auge, so mußte man dieses Geschwür "beeie", d. h. mit heißen Kamillen weich machen; man konnte auch heiße Kartoffeln nehmen, die waren noch billiger.

  53. 19" ʜ Gequellte, auch Gesorrene, sind Pellkartoffeln, die früher viel mehr auf. den Tisch kamen, als heute. "Gequellte un Schmeerkees", "Gequellte un Zwewwelsoß" und "Gequellte un Latwäje" war oft das Abendessen. Fragten Kinder, was es am Abend gibt, konnte man oft von der Mutter die Antwort hören "ganz un haaß", was eben Gequellte bedeutete.

  54. 19" ʜ Hört man noch "Gebitz" für Küchenabfälle, "Zugebrot" für Brotbeilage, "Gefrees" für schlechtes Essen, "Gezinkel" für kleines Holz, "Gekeddsel" für leichtes Husten, "Schmeersel" für Brotaufstrich, "Gehengsel" für Liebesverhältnis, "Schossert" für aufgeregter Mensch?

  55. 19" ʜ Die Pfungstädter haben aus Affe sogar das Eigenschaftswort "affig", das heißt "eingebildet" "albern" gebildet. Es kann sich jemand "affig stelle", "affig oziehe" und "affig benemme"

  56. 19" ʜ Früher gab es in Pfungstadt einen "Saafesiere"

  57. 19" ʜ Dieser Mann stellte auch Stearinkerzen her, hier hießen sie "Gudlichter"

  58. 19" ʜ "E Häbche" war ein kleines irdenes Töpfchen, heute ist das Milchdibbche daraus geworden. Der "Noachthoawe" war ein größeres Format des Häbchens, Nachtgeschirr nennt man es jetzt.

  59. 19" ʜ Die Frucht war ab

  60. 19" ʜ ein Gläschen Wein ab und zu

  61. 19" ʜ Ganz verschwunden ist das Wort "Oabtritt" verfeinert Abee. Heute spricht man nur noch vom "Clo"

  62. 19" ʜ "Influenza" wurde zur Grippe, "Auszehrung" auch Schwindsucht" zur Lungen-Tb,. und die "Kowel" zur Erkältung, Schnupfen, Husten.

  63. 19" ʜ "Ehepakte mache" war das Aufgebot machen. Dann wurde dieser Pakt "in's Kästche gehenkt". Wurde das Paar getraut, so wurde es "kopuliert"

  64. 19" ʜ "Der hot's Werk in de Kutt", Werk ist hier Unglück, wie es in dem Fluch "Woann de na es Werk hest" erscheint. Die Kutt war einst der Rock des Mannes, der Sakko. Diese Redensart bezeichnete einen durchtriebenen Menschen, dem man nicht trauen konnte, einem, der aller Streiche fähig war.

  65. 19" ʜ "Der guckt in oa Loch wie die Griesemer, woann se doht seun" (der guckt in ein Loch wie die Griesheimer, wenn sie tot sind)

  66. 19" ʜ Wer sagt noch "Bräring" für Breite, "Weiring" für Weite (bei Kleidung), "die hott ehrn Schaff" (viel Arbeit), "oahm die Gunn oodu" (gönnen), "Ausgescheppte" (Kartoffelbrei), "Blooes" für Gemüsepflanzen, "geckse" zu gackern, "gärtele" zu im Garten arbeiten, "lorrerleer" zu vollständig leer, "märtele" zu Markt machen oder "Ims" zu Mahlzeit.

  67. 19" ʜ "sich die Lung erauskreische", "sich die Aa'e rausgucke" oder "erausgroine", "oam die Ohrn vollkreische", "sich die Boa oablaafe", "off de Buggel springe", "die heert die Fleh huste", "koan Borrem krieje" (satt werden), "boal off de Oarsch falle, wie ichs geheert häb".

  68. 19" ʜ Das Wort "Adschee", französisch adieu, war der Abschiedsgruß nach einem Besuch, vor einer Reise sowie am Nachmittag. Am Vormittag galt "Gemoje", "Guten Morgen", am Abend "Genoacht", "Gute, Nacht". Seit dem Ersten Weltkrieg ist der Gruß "Adschee" von den Städten ausgehend immer stärker zurückgedrängt worden und zum völligen Verschwinden gekommen. Es wurde durch "Auf Wiedersehen" und auch "Guten Tag" ersetzt. Früher hieß "Adschee, kumm gut hoam", "Adschee, hoalt Eich munter", Adschee, mach's gut", "Adschee, bleib gesund", "Adschee, kummt aach emol". Es wurde oft, wie angeführt ein. Wunsch damit verbunden. Verblieben ist eigentlich nur noch der Spott: "Adschee Liesje, oam Fenster leits Geld" oder nur bei Verlust einer Sache "Adschee Liesje" oder "Adschee Batie", wenn aus einer Sache nichts wurde.

  69. 19" ʜ Was ist denn eine "Fitzebiene"? Das war ein zimperliches verwöhntes Mädchen, das "schlächt oan  kriggt hot" (schlecht einen Mann gefunden hat), höchstens daß ess "e gud Batie woar".

  70. 19" ʜ "E Buweroll" war das Schimpfwort für ein Mädchen, das noch schulpflichtig und mit Buben spielte oder oft bei ihnen zu sehen war. Der Bube, der sich mit Mädchen herumtrieb, wurde mit "Mädcheroll" bezeichnet. Diese Ausdrücke kommen vom Peterstag, an dem sich die Jugend auf dem Boden wälzte, wo das gemeinsame Spiel der Geschlechter erlaubt war.

  71. 19" ʜ Ein oft gebrauchtes Pfungstädter Wort war "Aas", hier Os, Mehrzahl "Eser". Als Leiche oder Tierkadaver ist es eigentlich unbekannt, sondern es erschien als Schimpfwort, dem man dann noch ein treffendes Eigenschaftswort als Beifügung zufügte; um eine Charakterisierung von Leichtlebigkeit, Gewandtheit, Tücke, Bosheit zu geben. Allgemein wurde Os nur für weibliche Personen angewandt, um deren Fehler besonders zu kennzeichnen. So sprach man von einem "Oald, rod, matzelagige, dumme, dabbige, dusselige, dickkeppige hungrige, geizige, dreckige, äbschde, beese, falsche gerewenne, verkreschene, fresche, hitzige, leichtsinnige, närrische, feirige, scheppe, daabe, scheele, dumme, schlächte und verdammte Os. Doch ganz anders klingt: "e kuraschiert Os" oder "Däß ess e Os", da liegt eine Bewunderung drin. Selbst kleine Kinder bezeichnet man mit "däß eß e herzig oder goldig Os". Ja zur Steigerung des Begriffes bildete man Zusammensetzungen, so war "däß Feier-, Gewirrs-, Sau-, Schinn-, Werks- und Deiwelsos" eine stärkere Ausgabe des Oses oder der Eser.