Diskussion Nürburg, Nürnberg

Befund

  • Nürburg: 943 Nore Mons, 1187 Nuereburch

    • Duden Geogr. Namen ² 35

  • Nürnberg: 1050 Norenberc, 1112 Nuorenberc, 1142 Nurinberch

    • Duden Geogr. Namen ² 217

  • Nierstein: CL 3660 Nerstein, CL 3672 Nerstein Überschrift -stein, Text -sten

Theorien

  • Kausch, Namenskunde der Länder u. Städte 155

    • Nürnberg — man führt den N. auf die alten Noriker zurück, welche von den Hunnen vertrieben, hier um 450 ihre Schmiedewerkstätten gehabt hätten. In einer Urkunde Heinrich III. v. 16. Juli 1050 wird zum ersten Male ein Castrum Norenberc erwähnt.

    • F. W. Barthold vermutet hier eine wendische Gründung und führt den rätselhaften N. auf wend. na-horu = auf dem Berge zurück. (Gesch. d. St. II. 170.)

      • Beides müsste auch den Namen von Nürburg erklären, der aber einen anderen Ursprung haben kann.

      • Eine norische oder slawisch-wendische Gründung ist nicht unmöglich, würde aber nur für Nürnberg gelten.

        • Die norische Hypothese ist aus der Namensähnlichkeit herausgesponnen.

        • Nore < na horu ist unwahrscheinlich.

  • Duden Geogr. Namen

    • Der Name 1420/22 Nürnberg, 1356 Nurenberch, 1142 Nurinberch, 1112 Nuorenberc geht zurück auf 1050 Norenberc. Seine Deutung ist umstritten. Man hat ihn zu mhd. knorre >hervorstehender Knochen<, knūr >Fels, Klippe< bzw. zu mitteld. mundartlich Nörr, Nürn >Fels< gestellt und als >Felsberg< gedeutet. Der Name Nürnberg würde damit dem der Nürburg bei Adenau in der Eifel entsprechen, die 943 als Nore mons bezeugt ist.

      • mhd. knorre 'verdickter Auswuchs an Bäumen/ Steinen, Körper, Knospe, Hüftknochen, Knorpel, Buckel an Gefäßen'

      • mhd. knūr 'Knoten, Fels, Klippe, Gipfel, grober Mensch, Knuff, Stoß'

  • Wikipedia

    • Der Beiname Noris für die Stadt Nürnberg kam bereits im Humanismus auf. Erstmals bezeichnete Helius Eobanus Hessus Nürnberg als noris amoena (liebliche Noris). Hessus lehnte sich dabei an die lateinische Schreibung des Stadtnamens in Urkunden als Noricum oder Norimberg an. Der Arzt Johann Hellwig personifizierte 1650 in einer Dichtung diesen Beinamen als mythische Nymphe Noris, die seitdem als bildungssprachliche Allegorie der Stadt häufig Verwendung findet.

Diskussion

  • Nore- erinnert in der Tat an die Nōriker, die Bewohner des Königreichs / der römischen Provinz Nōricum mit der Hauptstadt Nōreia.

    • sard. SN Nora, präsardisch noraka 'Burg, Nuraghe, auch Burg in Anatolien (Pauly 4,156)

      • vslaw. *nūr, aruss. ныръ nyrŭ, нырь nyrĭ 'Turm, Schlupfwinkel', wohl zu нора aruss. nora 'Höhle', russ. nɑrá 'Höhle, Loch, Grube, Lager' (Vasmer 2,233, 226 f) < *nŏrā < P766 3. *ner- 'eindringen, untertauchen; Versteck, Höhle'.

  • Nörr = Knorr

    • Kein k mobile wie scheinbar bei Rabe / Krappe (germ. *ħraƀan), oberhess. Noll = Knüll (germ. *ħnoll- 'Hügel), Ring / Kringen (germ. *ħringaż), knurren / mengl. nurnen 'hersagen (< *śnër-)

    • Nörr bedeutet nicht 'Felsen', sondern 'Stelle, wo nichts wächst'

  • Lautung: 1187 Nuereburch, 1112 Nuorenberc weisen auf ō > uo, umgelautet üe.

Erklärung

  • Nore < Nōrā lässt sich verstehen als 'Schlupfwinkel > Zufluchtsort > Burg, Stadt'.

  • Damit stehen Nürburg und Nürnberg in einer Reihe mit Nōreia und Nora

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Heinrich Tischner

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Aktuell: 09.02.2019