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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
AmtseidSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe. So hat es der neue Bundespräsident bei seinem Amtsantritt gelobt. Diesen haben auch die Bundeskanzlerin und die anderen Regierungsmitglieder abgelegt. Anders als beim Wahlversprechen begründet der Amtseid eine zwingende Verpflichtung. Das zeigen die Worte: "Ich schwöre." Andere Eide werden bei Gericht verlangt: Ein Zeuge, ein Gutachter, ein Dolmetscher kann vom Gericht durch einen Eid zur Ehrlichkeit verpflichtet werden. Eine absichtlich falsche Aussage unter Eid ist strafbar. "So wahr mir Gott helfe"
ist in seiner Kürze schwer zu verstehen. Die Formulierung hat ihren Ursprung
im Mittelalter. Da sagte man als Beteuerung: "Joch, sam mir got helfe,
Jawohl, wie mir Gott helfen soll". Das war so geläufig, dass man sich oft
begnügte mit "Sammer got" oder gar nur "Sammer". So erklärt sich der
neuhochdeutsche Beiname des österreichischen Herzogs
(1107-77):
Jasomirgott[1],
mittelhochdeutsch
Jochsamergot. Schwören und Eid ist allen germanischen Sprachen gemeinsam. Schwören (althochdeutsch swerien) hängt wohl mit wahr und wahren zusammen, bedeutet also 'die Wahrheit sagen, Verbindlichkeiten wahren'. Das Wort Eid gibt es im Germanischen und Keltischen, ist aber aus keiner dieser Sprachen zu erklären. Auch im Indogermanischen gibt es nichts direkt Vergleichbares. Man muss schon bis in die Eiszeit zurückgehen, um anschließen zu können an hebräisch ʕed 'Zeuge', arabisch ʕâhada 'versprechen' und taʕahadda 'sich verpflichten'. Von schwören abgeleitet ist Schwur. Schwur und Eid ist nicht genau dasselbe. Der Unterschied ist etwa derselbe wie bei Sang und Lied: Sang ist, wenn man singt. Ein Lied dagegen besteht aus Text und Melodie. So ist es auch hier: Schwur ist, wenn man schwört. Beim Eid geht es um die sich daraus ergebende Verpflichtung. Die Schweizer Eidgenossenschaft gründet sich auf den -Schwur von 1291. Damals haben sich drei Kantone zusammengeschlossen, die ihre Freiheit gegen die Habsburger verteidigen wollten. Der Wortlaut des Eides ist nicht überliefert. hat ihn so formuliert: Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr.[2] |
[1] Ja, so mir Gott (helfe) [2] Schiller, Wilhelm Tell, 2. Aufzug, 2. Szene |
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Begriffe: Wahrheit und Lüge |
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Datum: Aktuell: |
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