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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Landwirtschaftlich‑mundartliches Lexikon

in der Mundart von Georghenhausen / Zeilhard

Landwirtschaftsausstellung

des Geschichtsvereins Georgenhausen, Zeilhard und Spachbrücken, 14.-16.03.1992

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Aussprache gekennzeichnet mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet

Besonderheiten:

[ŕ]: /r/ ohne ɐ‑Vorschlag (geriebenes d)

[ʅ]: /sch/ ohne Lippenrundung

M       A-L      M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Magsamen ['mo:g-so:mɘ]: Mohn, Mohnsamen

  • Magd [mɔ:d]: landwirtschaftliche Arbeiterin, die sich für ein Jahr gegen freie Kost und Wohnung und einen geringen Jahreslohn verdingte

  • Mähbalken: Teil an der Mähmaschine, an dem sich die Messer befinden

  • mähen: Gras oder Getreide schneiden

  • Mähmaschine: pferdegezogener Balkenmäher für die Heuernte

  • Malter ['mɔldɐ]: Getreidemaß. man füllte 4 Simmer in einen Sack und erhielt 128 ℓ.

  • Mande ['mɐnɘ, mo:n]: runder Korb mit zwei Henkeln

  • Markier ['mage:ɐ]: Gerät zum Markieren der Saatreihen

  • Mäßchen ['me:sjɘ]: Hohlmaß für Getreide (12 ℓ)

  • Maulkorb: Vorrichtung, die Tiere am Fressen oder Beißen hindert

  • Melkschemel, ‑stuhl: Schemel, der beim Melken verwendet wird

  • Mist [mesd]: mit Stroh vermengte Ausscheidungen der Tiere, dient als Dünger

  • Mistgabel: vierzinkige Gabel zum Ausmisten und Mistaufladen

  • Misthaken: Gabel mit abgewinkelten Zinken

  • Misthaufen: über der Mistkaute. Hier wird der Mist gesammelt.

  • Mistkaute: vertieft in die Erde eingelassener Mistplatz

  • Mistkarren: Schubkarren, mit dem der Mist aus dem Stall gefahren wird

  • Mock [mɔog]: Mutterschwein

  • Morgen ['mɔejɘ]:

    • 1. Tagesanfang

    • 2. ein Flächenmaß (2500 qm)

  • Mundvoll ['mufɘl, 'mumbɘl]: Art Maß (kleine Menge)

  • Muser ['mu:sɐ]: Art Mixer für die Futterzubereitung

N        A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Nabe ['nɔ:b]: der Teil der Rades, der auf der Achse sitzt und von dem die Speichen ausgehen

  • nachlesen: auf einem abgeernteten Acker die Reste einsammeln (Ähren, Kartoffeln; war Armenrecht)

  • Nebengaul ['nɛ:vɘ-gaul]: das rechte Zugpferd

  • Nürscht [ni:ɐʃt]: Holzschaufel

O        A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Ochs: männliches Rind

P       A-L      M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Pferch [pɛɐʅ]: eingezäunte Fläche, in der Hühner oder Tiere gehalten werden

  • Pfirs(ing) ['pɛɐʃ(iŋ)]: Pfirsich

  • pflücken ['bligɘ]: Erbsen, Bohnen enthülsen

  • Pflug [blug]: Gerät zum Lockern und Umwenden des Bodens; mit einer Schar: steifer Pflug ⊡ Eisen- | Brabanter | Purzel- | Wendepflug

  • Pflughörner: die beiden hörnerartigen Griffe des Pflugs

  • Pflugkörper: der eigentliche Teil des Pflugs, der in die Erde eindringt und die Erde wendet

  • Pflugschleife [‑ʃla:f]: räderloses Gestell, auf dem der Pflug ins Feld geschleift wurde

  • Pflugskarch: Rädergestell des Pflug

  • Pfuhl [pu:l]: Jauche

  • Pfuhlfass: großes Fass, mit dem die Jauche auf den Acker gebracht wird

  • Pfuhlloch: abgedeckte Grube, in dem sich die flüssigen Ausscheidungen sammeln

  • Pfuhlpumpe [‑bumb]: Pumpe zum Entleeren der Jauchgrube

  • Pfuhlschöpfer ['‑ʃebɐ]: Art Eimer, der an einem Stiel befestigt ist, zum Entleeren der Jauchgrube

  • Pfund [pund]: ein Gewicht (500 g)

  • Purzelpflug ['boɐdsɘl-blug]: leichter Wendepflug, dessen Schar einfach von einer Seite auf die andere "purzelt"

Q        A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Quetsche [gvetʃ]: Zwetsche (längliche Pflaume)

  • quetschen ['gvɛtʃɘ]: pressen

R       A-L      M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Randschippe: Schaufel mit gradem Rand

  • Rechen: Harke, dient zum Zerkleinern der Schollen, zum Einebnen des Beets und zum Einsammeln von Pflanzenteilen

  • Reff [rɛf]: Sense mit aufgesetztem Gestell für Getreideernte

  • Reif [ra:f]: eiserner Ring, der die Felge zugleich zusammenhält und schützt

  • Reihbalken: Querbalken über der beweglichen Vorderachse, mit einem Bandeisen belegt (EErf 28.11.2010)

  • Reiserbesen ['raesɐ-bɛsɘm]: (aus Reisern zusammengebunden)

  • Reis [raes], Mehrzahl: Reiser: abgeschnittener Zweig

  • reißen [raesɘ]: besonders grobes Holz spalten

  • Reitel ['ra:dɘl, ra:l]: Knüppel

  • Reiter:

    • 1. wer auf dem Pferd sitzt

    • 2. großes Sieb

    • 3. kleines Brotstück

  • Reit(er)gaul: das linke Zugpferd (auf dem gegebenenfalls geritten wird)

  • Reitersieb: Sieb zum Reinigen der Getreidekörner

  • Riemen: Lederstreifen, besonders: Schnur an der Peitsche

  • Rind: junge Kuh, die noch kein Kalb hatte

  • Ringelwalze (zur Bodenbearbeitung)

  • roden: eine Fläche von Pflanzen säubern

  • Rodhacke ['rod-hag]: (zum Ab‑ und Aushacken von Wurzeln, vor allem im Wald)

  • Rolle: gummibereifter Ackerwagen, dessen tragende Teile aus Eisen sind

  • Rübenschnitzel: Abfälle von der Zuckerfabrik, diente als Viehfutter

  • Rübenstecher (zum Ausgraben von Rüben)

  • Rückengurt ['rigɘ-gɔɐd]: Lederriemen, der auf beiden Seiten des Pferderückens herabhängt und an dem die Strangschläuche befestigt sind

  • Runge: ein Stab, der die Bordwand des Wagens stützt

  • Rungenstock: Balken, der den Wagenkasten trägt, und in den die Rungen eingelassen sind

  • rupfen ['robɘ]: Pflanzen jäten, Früchte ernten, geschlachtetem Geflügel oder Gänsen die Federn ausreißen

S        A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • säen: Samen ausstreuen ⊡ von Hand | Sämaschinen

  • Sägbock (zum Festhalten des Schnittguts)

  • Säschüssel (enthält Saatgut für Handaussaat)

  • Sau: Schwein (allgemein)

  • Säueimer ['sai-ʔɔ:mɐ]: Eimer für Schweinefutter

  • Säuschieße ' [sai-ʃi:s]: Bolzenschussapparat zum Töten der Schweine

  • Schar [ʃɔ:ɐ]:

    • 1.ursprünglich: eiserne Spitze am Pflug, die in der Erde eindringt

    • 2. später: der ganze eiserne Pflugkörper

  • Scheide [ʃa:d]: Messerbehälter, auch Brillenetui

  • Schemel:

    • 1. Stuhl ohne Lehne

    • 2. Drehgestell der Vorderachse

  • Scheuer ['ʃaeɐ]: Lagergebäude für Heu und Stroh

  • Schippe: Schaufel

  • (an)schirren [ʃɛɐn]: Zugtieren das Geschirr anlegen

  • Schlackerfass ['ʃlogɐ-fas]: Wetzsteinbehälter am Gürtel

  • Schlage [ʃlɔ:(g)]: großer Eisenhammer

  • Schlägel ['ʃlejɘl]: großer Holzhammer zum Holzreißen

  • Schleifrechen ['ʃla:f-rɛʃɘ]: = Ernrechen

  • schleifen

    • ['ʃla:fɘ]: etwas ziehend bewegen, so dass es auf dem Boden entlang rutscht

    • ['ʃlaefɘ]:

      • 1. eine Schneide auf dem rotierenden Stein schärfen

      • 2. auf dem Eis schlittern

  • Schleifstein ['ʃlaef-ʃdɔ:]: runder drehbarer Stein zum Schärfen von Schneiden

  • Schließe: Luke im Boden des oberen Teils der Scheuer, durch die man Heu und Stroh vom Wagen hinaufschafft

  • Schmicke: kurzes Stück Schnur, das am Ende der Peitschenschnur dafür sorgt, dass die Peitsche besser knallt

  • Schmied [ʃmid]: (besonders Hufschmied)

  • Schmierkäse ['ʃme:ɐ-ke:s]: Quark als Brotaufstrich

  • schnicken: mit einer heftigen Bewegung fortschleudern

  • Schnickgabel (zum Wenden von Heu)

  • Schnitzbänk: Gestell zum bequemen Festhalten von Holz, das bearbeitet werden soll

  • Schnitzmesser: Ziehmesser ⊡ 1 | 2

  • Scholle: mit dem Pflug umgewendete Erde; Erdklumpen

  • Schöpfschippe ['ʃeb-ʃib]: Schaufel mit rundem Rand

  • Schoppen ['ʃobɘ]: ein Hohlmaß (12 Liter)

  • Schrot: grob gemahlenes Getreide als Viehfutter

  • Schrupphacke (zum Abhacken oberirdischer Pflanzenteile)

  • Schwanzriemen: Lederriemen, der über den Pferderücken läuft. Der Schwanz wird durch eine Schlaufe gesteckt; das andere Ende ist am Kummet festgemacht.

  • Schweizer: Arbeiter im Großbetrieb, der allein für das Melken zuständig ist

  • Schwengel: Hebel an der Pumpe

  • Sense (mit langer Schneide und langem Stiel <Wurf>, zum Mähen großer Flächen)

  • Sichel (mit kurzem Griff und krummer Schneide, für kleine Mengen und bei der Getreideernte) 

  • Sielscheit ['sel-ʃaed]: Stange, an der die Stränge mit dem Wagen (oder der Waage) verbunden sind

  • Simmer: Hohlmaß für Getreide (32 ℓ)

  • Sitzbrett ['sids-brɛ:d]: (am Ackerwagen)

  • Spannkette (hält die beiden Bordwände des Wagens zusammen)

  • Speiche [ʃba:ʅ]: Strebe, die Achse und Felge verbindet

  • Spelz: Dinkel (Getreideart)

  • Sprau: Dreschabfall, Hülsen der Körner

  • Sprausieb (zum Säubern des Getreidekörner)

  • Ständer ['ʃdenɐ]: stehendes Fass

  • Steinöl ['ʃdɔ:-ʔɛel]: Petroleum

  • Stellbrett ['ʃdel-brɛ:d]: herausnehmbare Vorder‑ und Hinterwand am Wagenkasten

  • Stoppel: Rest des abgeschnittenen Getreidehalms im Boden

  • Stopfer ['ʃdobɐ]: Pfropfen, Stöpsel

  • Strang: Seil, an dem der Wagen gezogen wird

  • Strangschlauch: kurzer Lederschlauch, durch den die Zugstränge laufen

  • streuen ['ʃdra:n]: Dünger streuen

  • Stroh [ʃrɔo]: ausgedroschene Getreidehalme

  • Strohschneidmesser: an einem Gestell befestigter Hebel mit einer Messerschneide zum Zurechtschneiden von Stroh

  • Stümmel ['ʃdimɘl]: halbvoller Sack

  • Stumpf [ʃdumb]: längliche Sichel zum Grasschneiden

T        A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Tafelwaage (zum Wiegen von Marktwaren im Kilobereich)

  • Taglohn ['dɔ:lo:]: Lohn für Saisonarbeiter, der am Ende des Arbeitstags ausgezahlt wurde

  • Taglöhner ['dɔ:-le:nɐ]: Saisonarbeiter, der nur tageweise beschäftigt werden konnte

  • Tanne [dɔn]: Nadelbaum allgemein

  • Torso ['dɔɐʃɘ]: abgeschnittener Kohlstengel

  • Tragjoch: Stange, die man als Traghilfe über die Schultern legte

  • Treibriemen: Schnur an der Peitsche

  • Trummsäge: große Zweimannsäge ohne Bügel

  • Tuchbleiche ['dux-bla:ʃ]: Wiese, auf der Leinentücher in der Sonne gebleicht wurden

U        A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Unterkaufer ['unɐ-ka:fɐ]: (wandernder) Federviehhändler

V       A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • verrupfen [fɘ'robɘ]: gesäte Rüben auf Abstand vereinzeln

  • Vieh [fe:]: vor allem Rinder. Das einzelne Tier heißt "Stück Vieh"

  • Viehdoktor: Tierarzt

  • Vorderkarren ['fɛɐrɐ-kan]: Fahrgestell des Pflugs

  • Vorderpflug ['fɛɐrɐ-blug]: Fahrgestell des Pflugs

W       A-L      M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • Waage [vo:g]:

  • Wagen: hölzerner Ackerwagen

  • Wagendiele ['vɔuɘ-di:l]: Brett, das den Boden des Ackerwagens ⊡et

  • Wagenkette (hält die beiden Bordwände des Wagens zusammen)

  • Wagenschild: Schild, das den Besitzer des Wagens kennzeichnete (entspricht dem Nummernschild beim Auto)

  • Watz: Eber

  • Weed: künstlich angelegter Teich, Viehschwemme

  • Weiß [va:s]: Weizen (Getreideart)

  • Weide

    • 1. [va:d]: Grünland, auf dem Vieh gehalten wird
      2. [vaed]: ein Baum

  • wenden ['vene]: umdrehen. Besonders: Das zum Trocknen ausgebreitete Gras muss von Zeit zu Zeit umgedreht werden.

  • Wendepflug: Pflug mit drehbarer Schar, so dass man im Zickzack pflügen kann

  • (Heu‑)Wender ['venɐ]: Maschine zum Heuwenden

  • wetzen: mit einem Wetzstein schärfen

  • Wetzstein: länglicher Stein, mit dem man Sensen wetzt

  • Wetzsteintasche: Gürtelbehälter für den Wetzstein

  • widerhauen ['vɛŕɐ-ha:oɘ]: so mähen, dass das geschnittene Getreide gegen das noch stehende fällt

  • Wiesbaum [vis-bɔ:m]: Balken, der auf dem Ladegut des Erntewagens liegt

  • Wiese [vis]: Grasland, das zweimal im Jahr gemäht wird

  • Wiesenbeil ['visɘ-bael]: (zum Ausstechen von Gräben)

  • Windlöffel ['vin-lefɘl]: Hebel für die Winde zum Festzurren des Ernteguts

  • Windmühle: Maschine

    • 1. zum Getreideernten, Vorgänger des Binders

    • 2. zum Getreidereinigen

  • Wisch:

    • 1 Kopfring für Lasten = Kringe

    • 2 Strohbündel auf einem Acker, der noch nicht fürs Nachlesen freigegeben ist

  • Wurf [vɔɐf]: Sensenstiel

  • Wurzel ['vɔɐdsɘl]: vor allem Futterrübe

  • Wurzelbürste ['vɔɐdsɘl-bɛɐʃt]: grobe Bürste

  • Wurzelmesser (= Grotzenmesser, zum Abhacken der Rübenblätter)

  • Wurzelmühle (zerkleinert Futterrüben)

  • Wurzelschruppkarren (zum Rübenhacken)

  • Wutz: weibliches Schwein

X Y Z        A-L     M N O P Q R S T U V W X Y Z

  • zackern: pflügen

  • Zackerpflug (zum eigentlichen Pflügen im Unterschied zu Pflügen mit anderen Funktionen)

  • Zentner: Gewicht (100 Pfund = 50 kg)

  • Zuber ['dsovɐ]: Holzwanne für Futter oder Wäsche

  • Zuckerrübengabel (zum Aufnehmen von Zuckerrüben)

  • Zuckerrübenpflug (zum Auszackern)

  • Zugstrang: Seil, an dem der Wagen gezogen wird

 

 

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Übersicht

 

Hessische für Nichthessen

 

Datum: 1992 / 2007

Aktuell: 09.02.2019